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"Wer im Internet lebt, kommt darin um", meint die Psychotherapeutin Franziska Kühne. Ihre Studie zu sozialen Netzwerken hat sie in ihrem Buch "Keine E-Mail für Dich - Warum wir trotz Facebook & Co. vereinsamen" untersucht. Ihre Erkenntnisse sind alamierend und zeigen die Notwendigkeit auf, der wachsenden Vereinsamung und Verkümmerung von Kommunikation entgegenzusteuern.

Klar sind soziale Medien im Internet praktisch. Wie viel schneller ist der Informationsfluss geworden, ich erreiche mehr Menschen als früher und ich kann mich, wenn ich möchte, sogar mit mehreren Bekannten gleichzeitig austauschen. Doch die Gefahr ist groß, kommunikativ immer mehr zu vereinsamen. Gerade wer gleichzeitig mit mehreren Teilnehmern chattet, hetzt schließlich jeder einzelnen Kommunikation hinterher. Von richtigem Zuhören kann dabei keine Rede sein. Aber selbst dann, wenn ich meine, mich nur auf einen einzelnen Gesprächspartner zu konzentrieren, so wächst die Gefahr von Missverständnissen, und Konflikten muss ich mich nicht mehr stellen, denn ich brauche mich ja bloß auszuloggen oder kann im schlimmsten Fall den PC ausschalten. Zugegeben, man spart Zeit, wenn man sich mithilfe von Überschriften, die einem das piepsende Handy laufend anzeigt, informiert und sich gleichzeitig mit mehreren Bekannten austauschen kann. Doch der Preis für das Zeitsparen ist groß.

Das Problem, so zeigt Franziska Kühne in ihrer Studie, ist nicht das Vorhandensein der vielen Möglichkeiten, die uns das Internet bietet. Vielmehr ist es eine Frage der Kompetenz, mit dem Medium Internet vernünftig umzugehen. Denn immer mehr Menschen benötigen psychologische Hilfestellungen, nicht zuletzt auch durch die Zunahme von Cybermobbing, denn in der Anonymität des Netzes ist die Schamgrenze radikal gesunken und die Opfer haben nur wenig Möglichkeiten, sich zu wehren.

Ein weiterer gefährlicher Aspekt ist die ständige Erreichbarkeit und eine damit verbundene Überwachungsmöglichkeit. Permanente Kontrolle des Freundes, der Liebhaberin oder des Partners durch die stete Erreichbarkeit und durch das Einblenden von Daten wie der gegenwärtige Aufenthaltsort. Fälle von Trennungen, weil der Partner nicht sofort auf eine SMS reagiert, sind hinlänglich bekannt. Ebenso, dass sich pychische Störungen wie Depressionen unter dem Dauerstress der Überwachung entwickeln können. Da passt es, dass die neue Google Brille mir meine Freunde anzeigt, so sich diese gerade räumlich in der Nähe befinden. Abschalten kann ich, vorausgesetzt ich weiß wie. Doch alleine schon argumentieren zu müssen, warum ich auf Off geschaltet habe, bietet Stress und bringt in manchen Beziehungen Stress durch Kopfkino.

Es geht nicht darum, soziale Netzwerke und die Möglichkeite des Netzes zu verteufeln, sondern den Umgang mit diesen ständig zu reflektieren, auch mal abzuschalten, und ... ganz wichtig ... von Anfang an nicht zuzulassen, dass diese Form der Kommunikation wirklich zwischenmenschliche Kontakte und körperliche Nähe ersetzt.
Ein Interview mit Franziska Kühne ist hier zu finden.

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