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Achtsamkeit

  • Drei Schüler von verschiedenen Zen-Schulen streiten sich darüber, wer den größten Meister hat. Der erste: „Mein Meister vollbringt wahre Wunder. Er kann sogar übers Wasser laufen." Der zweite: „Mein Meister schreibt auf der einen Seite des Flusses etwas in die Luft und auf einer Tafel, die ein Schüler hält entsteht die Schrift - das ist ein wahres Wunder." Erwartungsvoll schauen beide den dritten an. „Mein Meister vollbringt das größte erdenkliche Wunder: Wenn er isst, dann isst er, wenn er geht, dann geht er, wenn er schläft, dann schläft er."

    Wer kann das schon? Unsere Außenorientierung und Sinnesüberflutung bewirkt, dass wir selten mit der Aufmerksamkeit bei dem sind, was wir tun. Beim Kaffeetrinken lesen wir Zeitung, beim Essen reden wir über alles mögliche, beim Autofahren telefonieren wir, beim Sex denken wir an unser letztes Streitgespräch... Fast niemand tut einfach das, was er tut. Und das genau macht unglücklich.

  • Ein - Aus
    Tief - Langsam
    Ruhig - leicht
    Lächelnd - frei
    Dieser Augenblick
    Wunderbarer Augenblick Thich Nhat Hanh

    In unserer materialistisch geprägten Kultur wird viel Wert auf das Aussehen des Körpers gelegt: Kosmetik, plastische Chirurgie, Wellness und Bodybuilding sind in Mode. Und obwohl viele Menschen ihrem Körper Gutes tun mit Sport, Wellness und Masssagen bewohnen sie ihren Körper nicht wirklich. Menschen, die einen guten Kontakt zu ihrem Körper entwickelt haben, haben ein Gefühl wie im eigenen Körper wirklich anwesend zu sein, ihn zu bewohnen oder auch ein Gefühl, zu hause im Körper zu sein. Dazu gehört die Fähigkeit, den eigenen Körper in jedem Detail wie auch zu jedem Zeitpunkt bewusst wahrnehmen zu können, sowie die Fähigkeit, über die Gedanken und den Atem Einfluss auf das Wohlbefinden des Körpers nehmen zu können. Einen guten Kontakt zum eigenen Körper zu haben bedeutet auch, sich zu fühlen bei allem, was man erlebt. Um Glück und andere Gefühle zu erleben braucht es den Kontakt zum eigenen Körper. Glück wird nicht in den Gedanken wahrgenommen, sondern ist immer erlebbar an einer bestimmten Stelle im Körper. Gerade in Situationen von Stress, Anspannung, Hektik, mentaler Arbeit oder Gefühlen, die wir nicht erleben wollen, verlieren wir häufig den Kontakt zum eigenen Körper und trennen uns damit auch von uns selbst. Wenn wir das tun können wir natürlich auch nicht dafür sorgen, dass wir uns in unserem Körper wieder wohl fühlen.

  • Inhaltlich knüpft dieses Kapitel an das vorangegangene an. Die hierzu gehörige Übung unterstützt und spezifiziert noch einmal die vorangegangene Übung.

    Ich bin angekommen,
    ich bin zuhause,
    im Hier, im Jetzt.
    Ich bin fest, ich bin frei,
    im tiefsten Wesensgrund verweile ich.
    Thich Nhat Hanh

    Ein sehr wirkungsvolles Mittel, um den Geist heimzuholen habe ich, Björn, als junger 21-jähriger Mann in Indien gelernt. Ich wohnte in Benares am Ganges und nahm dort Tabla-Unterricht, eine indische Trommel. Ich war so intellektuell und mein Geist so sprunghaft, dass ich einfach keinen Rhythmus halten konnte. Also bekam ich von meinem Lehrer folgende Aufgabe: „Jeden Morgen auf dem Weg am Ganges entlang von deiner Pension zum Ashram zähle deine Schritte." „So eine primitive Aufgabe" dachte ich, eine Beleidigung für meinen Verstand. Aber ich tat, wie mir geheißen. Der Weg dauerte etwa eine halbe Stunde und das Gangesufer, der heilige Fluss Indiens am Morgen ist einfach ein spannendes Abenteuer, voll pulsierendem Leben: Menschen, die aus ganz Indien hierher strömen, Verkäufer, die einem etwas andrehen wollen, Bettler, die sich aufdrängen, Mönchsgesänge und rituelle Waschungen, Leichenverbrennungen, Opferzeremonien - überhaupt kein Vergleich mit einem deutschen Flussufer. Und ich verlor immer wieder die Zahl, war zu abgelenkt. Der Lehrer stellte mir nur zwei Fragen: „Wie viele Schritte hast du gemacht?"

  • Der menschliche Geist ist etwas Großartiges. Er besitzt grenzenloses Potenzial. Mit ihm haben wir alles, was wir brauchen, um ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit, Liebe und Glück zu leben. Unser Geist hat die Fähigkeit zu entscheiden und dem eigenen Willen gemäß zu handeln. Er kann Gefühle heilen und transformieren. Der Geist vermag Wahrheit zu erkennen, einschränkende Vorstellungen und Überzeugungen aufzulösen und Wünsche und Ziele zu kreieren und zu manifestieren.

    Um diese Fähigkeiten des Geistes nutzen zu können braucht es Wissen und Übung. Und die Fähigkeit, den Raum des Geistes, aus dem alles entsteht aufsuchen und darin verweilen zu können. Dieses Wissen und die entsprechende Praxis werden im LifeCreation Coaching vermittelt.

    Um den geistigen Raum kennen zu lernen und in ihm verweilen zu können braucht es die Anerkennung und Praxis dreier Seinszustände, die Voraussetzung und Unterstützung dafür sind. Wir nennen sie die drei Schlüssel zur Glückseligkeit, die uns grundlegend für unser Leben und Glück scheinen. Diese drei Schlüssel zum Glück sind zugleich die drei Dharma Siegel des Buddhismus (Schlüssel zur buddhistischen Lehre).

    Sie sind: Unbeständigkeit & Wandel / Präsenz
    Inter sein / die Verbindung mit allen Lebewesen
    Leere / frei sein von allen Vorstellungen und Überzeugungen

  • Zu Beginn eine Geschichte:

    "Ich hab von einer alten Frau gehört, die in einem Bus fuhr. Sie war sehr ängstlich und machte sich große Sorgen, ihre Station, an der sie aussteigen wollte, zu verpassen. Jemand, der neben ihr saß, sagte: Machen sie sich keine Sorgen. Der Schaffner ruft jede Station aus. Sie können ihre nicht verpassen. Er rief den Schaffner, und die Frau bat den Schaffner persönlich noch mal auch wirklich ihre Haltestation auszurufen. "Machen sie sich keine Sorgen. Ich rufe jede Haltestation aus. Aber jetzt werde ich´s mir merken und ich werde extra zu ihnen kommen und ihnen Bescheid geben, wenn wir an ihrer Haltestelle angekommen sind. Machen sie sich also bitte keine Sorgen. Wo wollen sie denn hin?" Die Frau, schweißgebadet und voller Sorge, sagte: Meine Haltestelle heißt „Endstation".

    Dieser kleinen Geschichte einer besorgten alten Dame möchte ich ein Zitat von Thich Nhat Hanh gegenüberstellen stellen:
    "Wir haben alles, was nötig ist, um den gegenwärtigen Augenblick zum glücklichsten Moment unseres Lebens zu machen. Das einzige, was dazu nötig ist, ist, dass du vollkommen präsent bist, dass du ganz im gegenwärtigen Augenblick verweilst."

  • Eine Geschichte: "Wo hast du deinen Regenschirm abgestelt?"

    Ein Zenschüler kommt nach sieben Jahren der Meditation zu seinem Zenmeister, um weitere Belehrungen zu empfangen. Es ist ein regnerischer Tag. Als er bei seinem Meister ankommt, stellt er den Regenschirm vor der Haustür ab und betritt das Haus des Meisters. Er kniet vor ihm nieder und ist gespannt, welch´ schwierigen Koan sein Meister ihm dieses mal geben wird. Doch dieser stellt ihm nur eine einzige Frage: "Wo hast du deinen Regenschirm abgestellt?" Erstaunt und ein wenig pikiert antwortet der Schüler: "das ist doch völlig egal!" "Nein, nichts ist egal", antwortet der Meister. "Gehe noch einmal sieben weitere Jahre meditieren".

    Gegenwärtigkeit ist ein Zustand, in dem wir im Hier und Jetzt verweilen.

    Es ist ein Zustand jenseits unseres Verstandes und er ist für die meisten Menschen erst einmal unbekannt. Da wir uns meistens innerhalb unseres Verstandes, unseres Denkens bewegen, beschäftigen wir uns entweder mit der Vergangenheit oder mit der Zukunft. Wenn du dich einmal beobachtest, wirst du feststellen, dass du mit dem Analysieren, Interpretieren und Bewerten vergangener Ereignisse beschäftigt bist oder mit dem Vergleichen oder Spekulieren über zukünftige Ereignisse. Die Schamanen sagen, dass wir Menschen im Westen krank sind, weil unser Geist nicht da ist wo unser Körper ist. Unser Körper bewegt sich zwar in der Gegenwart, aber unser Geist ist mit Vergangenem oder dem Phantasieren über Zukünftiges beschäftigt.

  • Ein berühmter Professor der Philosophie schrieb sein großes Werk über Zen. Für einige abschließende Fragen reiste er nach Japan, um den berühmten Zen-Meister Nan-In aufzusuchen. Der Professor musste eine ganze Weile auf den Zen-Meister warten und er wurde schon ungeduldig, denn er hatte so viele Fragen, auf die er unbedingt eine Antwort erwartete. Als der Zen-Meister erschien, sprang der Professor aufgeregt auf und wollte gleich einige Fragen loswerden. Der Zen-Meister gab ihm jedoch ein Zeichen sich zu setzen, um auf den Tee zu warten, denn jede Audienz beginnt mit einer Tee-Zeremonie. Und es dauerte und dauerte, bis der Tee - echter japanischer grüner Tee - endlich fertig war. Der Professor wurde immer ungeduldiger und legte sich im Geiste alle Fragen zurecht. Schließlich - es erschien ihm wie Stunden - wurde der Tee hereingebracht. Der Professor hielt seine Tasse hin und Zen-Meister und goss Tee in die Tasse des Professors. Er goss und goss: die Tasse war schon randvoll und der Tee begann bereits über den Rand auf die Untertasse zu fließen. Doch der Zen-Meister goss immer weiter. Dann war auch die Untertasse voll. Der Meister goss immer weiter. Schon tropfte der Tee auf den Fußboden. Da rief der Professor aufgeregt: „Halt! Was tun Sie da? Sehen Sie denn nicht, dass die Tasse bereits voll ist?" Und Nan-In sagte: „So voll wie diese Teetasse, ist dein Kopf mit deinen Fragen. Selbst wenn ich sie dir beantworten wollte, so wäre doch gar kein Platz in dir, um sie aufzunehmen. Seit du diese kleine Hütte betreten hast ist sie überschwemmt mit deinen vielen Fragen. Geh zurück nach Hause, entleere dich und erst dann komm. Mach erst ein wenig Raum in dir.

  • Jeder Mensch hat grundsätzlich die Fähigkeit, dem eigenen Willen gemäß zu handeln. Jedes Kind hat einen ganz natürlichen Kontakt zum eigenen Willen und seinen Impulsen. Es ist für das Kind auch ganz natürlich den eigenen Willen zum Ausdruck zu bringen und danach zu handeln. Leider ist jedoch vielen Menschen schon in der frühesten Kindheit der Wille gebrochen worden. Das beginnt bereits damit, dass die Kindheitsphase, in der der eigene Wille entwickelt wird, als Trotzphase benannt wird. Die Pädagogik ging bis in jüngster Zeit davon aus, dass ein Kind willenlos ist und dass es lernen muss, was der Wille der Eltern ist, sprich zu gehorchen. In den USA hat man Experimente durchgeführt und Kleinkindern ein Sprachaufnahmegerät umgehängt, um herauszufinden, was die Botschaften sind, die ein Kind im Alter von 1-3 Jahren empfängt. Dabei hat man ausgewertet, dass jeder zweite Satz den ein Kind hört, ein Verbot ist: „Das darfst du nicht...Das sollst du nicht...Das tut man nicht..." Mit diesen Verboten, die wir alle in der frühen Kindheit gehört haben, haben wir früh gelernt, keinen eigenen Willen zu haben und uns an den Willen des Stärkeren zu orientieren und auszurichten - zumal wir dafür Anerkennung und Belohnung bekommen haben.

    So haben viele Menschen als Erwachsene gar nicht oder nur unzureichend Kontakt mit ihrem eigenen Willen. Auf die Frage: Was wünschst du, können dann viele nur „Ich weiß nicht" oder „ist mir egal" antworten. Die unzureichende Entwicklung des eigenen Willens führt dazu, dass sich viele Menschen als Opfer fühlen. Opfer von Entscheidungen, die andere für sie treffen (der Chef, die Politiker, der Partner, die Eltern) und Opfer von Ereignissen, auf die sie scheinbar keinen Einfluss haben. Die Vorstellung, Opfer zu sein, gibt vielen Menschen ein Gefühl von Ohnmacht, Resignation und Gleichgültigkeit sich selbst, den Menschen und dem Leben gegenüber. Das Leben wird so langweilig und freudlos. Das ist noch einmal stärker bei Menschen zu beobachten, die in autoritären politischen Systemen aufgewachsen sind und der eigene Wille auch von Staats wegen gebrochen wurde.

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