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Normalerweise erleben wir uns in unseren Gefühlen rezeptiv, d.h. wir erleben mit unseren Gefühlen die Widerspiegelung von Ereignissen und Sinneseindrücken. Wenn z.B. jemand zu mir kommt und mir ein Kompliment macht, fühle ich mich gut. Er ist die Ursache dafür, dass ich mich gut fühle. Die Sonne scheint und ich fühle mich glücklich. Die Sonne ist die Ursache, dass ich glücklich bin. Jemand tritt mich und ich habe Schmerzen. Er ist Schuld, dass ich Schmerz erlebe, denn er hat mich getreten. Das bedeutet, dass wir gewöhnlich auf andere Menschen reagieren, auf Situationen, auf unseren Körper, auf alle möglichen Sinneswahrnehmungen. Wir erleben uns als Reagierende, fühlen uns durch die Gefühle als Opfer der Ereignisse in der Außenwelt. Dies ist eine weit verbreitete Sichtweise. Sie wird unterstützt von der Überzeugung: „Nur spontane Gefühle sind echte Gefühle." Überprüfe mal, ob du diese Überzeugung teilst.

Atemmuster und Körperhaltung

Doch wir haben auch die Fähigkeit, unsere Gefühle auszurichten und damit bestimmte Gefühle zu erschaffen. Über unseren Körper, die Gestik und Mimik aber auch mental, indem wir bestimmte Dinge denken, nehmen wir Einfluss auf unsere Gefühle. Du kannst das ganz einfach überprüfen:
Zieh mal die Mundwinkel hoch, und halte diese so für einen Moment. Was für ein Gefühl entsteht?
Oder stell dich einmal gut geerdet im Schritt hin, die Knie etwas gebeugt. Ball´ dann die Hände zu Fäusten (wie ein Boxer) und bring Spannung in die Arme, schiebe den Unterkiefer vor und zieh die Augenbrauen zusammen, atme heftig. Was für ein Gefühl entsteht?
Es ist also gar nicht so schwer über den Körper und Atem ein bestimmtes Gefühl zu erzeugen. Schauspieler lernen dies in ihrer Ausbildung. Sie lernen, dass jedes Gefühl sich in einem bestimmten Atemmuster und Körperhaltung ausdrückt. Wenn du Gefühle erzeugen willst, nimm das entsprechende Atemmuster und die entsprechende Körperhaltung ein. Das Gefühl stellt sich dann ein.

Vorstellungskraft

Ein ebenso mächtiges Instrument zur Erzeugung von Gefühlen ist unsere Vorstellungskraft, unsere Gedanken. In Phantasiereisen geht es uns meistens wunderbar und wir fühlen uns glücklich, weil wir angeleitet werden, uns wunderbare und beglückende Gedanken und Bilder zu erzeugen. Umgekehrt funktioniert das natürlich genau so gut, wenn wir uns Konflikte, mögliche Unfälle, Probleme, Krankheiten etc. ausmalen. Und genau dies tun die meisten Menschen ununterbrochen, unterstützt durch die Massenmedien, damit sie sich nicht glücklich fühlen. Sie entwerfen Unglück, Unfälle oder Probleme gedanklich in der Zukunft oder reaktivieren in ihrer Phantasie Ereignisse, Konflikte, Dialoge und Glaubenssätze aus ihrer Vergangenheit und bleiben so in den damit verbundenen Emotionen hängen. Sie nehmen diesen Vorgang aber nicht wahr und wundern sich, dass sie sich so schlecht fühlen. Sie fühlen sich als Opfer ihrer Gefühle und Stimmungen über Stunden und Tage und meinen, sie könnten niemals da herausfinden. Was passiert ist, dass diese Menschen an ihrer Vergangenheit festhalten und an alte Gedanken und Emotionen anknüpfen und diese immer wieder auflegen - wie eine CD, die einen Sprung hat. Gefühle und ihr unmittelbarer Ausdruck sind für gewöhnlich von kurzer Dauer. Kein Gefühl ist anhaltend oder gar ewig. Das ist die kindliche Vorstellung, die wir mit schmerzhaften oder schwierigen Gefühlen verbinden. Und die bestätigen wir uns dann. Wenn du z.B. mal ein kleines Kind beobachtest, dann erlebst du, wie schnell die Gefühle wechseln: Lachen, Weinen, Neugierde, Frustration etc. alle paar Minuten. Als Therapeuten sagen wir unseren Klienten: wenn du länger als 7 Minuten in einem Gefühl hängst, solltest du das mal überprüfen.

Wenn wir bereit sind, die Vergangenheit loszulassen und in der Gegenwart anzukommen, erleben wir, dass Gefühle von kurzer Dauer und schnellem Wechsel sind und dass wir selbst sie erzeugen und „nähren". Dann können wir die Freiheit der Wahlmöglichkeit erleben. Wie will ich mich fühlen und was will ich dann fühlen? Und entsprechend kann ich dann meine Gedanken ausrichten und auf mein Empfinden Einfluss nehmen. (Denke an den JA/NEIN Schalter)

Alte Emotionen

Bei diesem Thema ist wichtig, dass wir lernen zwischen Gefühlen und Emotionen zu unterscheiden. Gefühle erleben wir normalerweise spontan und sind der unmittelbare Ausdruck von Sinneseindrücken, Situationen und Menschen. Sie kommen und gehen. Emotionen sind angesammelte, bzw. angestaute Gefühle, die über Jahre in unserem Emotionalen Speicher gelagert sind und haben von daher immer mit der Vergangenheit zu tun. Wenn du also längere Zeit in einem "Gefühl" hängst, kannst du sicher sein, es ist eine alte Emotion, die meistens alten Schmerz und dein Ego nährt. Es ist kein unmittelbarer natürlicher Ausdruck deiner selbst und du musst überhaupt nicht darin verweilen, wie es viele Therapien uns weismachen. Wenn wir bemerken, dass wir in alten Emotionen hängen, sollten wir uns sofort entscheiden, diese hinter uns zu lassen. Emotionen halten uns im Gefängnis unserer Vergangenheit. Gefühle und ihr unmittelbarer Ausdruck gehören zu unseren essentiellen Fähigkeiten.

Intention: Entscheide dich, nicht länger Opfer deiner Gefühle und Stimmungen zu sein. Erlebe die Freiheit der Wahl deiner Gefühle.

Übung: Wage heute eine besondere Herausforderung: Erschaffe heute in bestimmten Situationen Gefühle deiner Wahl.

Wenn du dich auf dem Weg zur Arbeit im Zug sonst immer langweilst, entscheide dich, die Zugfahrt als lustig zu erleben.
Wie tust du das? Nun, atme, denke und bewege dich wie jemand, der lustig ist. Wie verhältst du dich, wenn du albern bist? Welche Bilder und Gedanken hast du dann?
Wenn du im Auto auf der Fahrt zur Arbeit normaler Weise das Gefühl von Hetze und Gereiztheit hast, entscheide dich heute, friedvoll und gelassen zu sein.
Fange mit dem entspannten Atemmuster und der Körperhaltung an, unterstützt durch entsprechende Gedanken.
Wenn du sonst eher beiläufig registrierst, wenn dein Partner nach Hause kommt, entscheide dich heute, dich zu freuen und das auch zu zeigen.
Und sicherlich fallen dir noch viel bessere Situationen und Gefühle ein. Wir wünschen dir jedenfalls viel Spaß dabei!

Mantra: Ich erschaffe meine Gefühle.

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