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Jeder Mensch hat grundsätzlich die Fähigkeit, dem eigenen Willen gemäß zu handeln. Jedes Kind hat einen ganz natürlichen Kontakt zum eigenen Willen und seinen Impulsen. Es ist für das Kind auch ganz natürlich den eigenen Willen zum Ausdruck zu bringen und danach zu handeln. Leider ist jedoch vielen Menschen schon in der frühesten Kindheit der Wille gebrochen worden. Das beginnt bereits damit, dass die Kindheitsphase, in der der eigene Wille entwickelt wird, als Trotzphase benannt wird. Die Pädagogik ging bis in jüngster Zeit davon aus, dass ein Kind willenlos ist und dass es lernen muss, was der Wille der Eltern ist, sprich zu gehorchen. In den USA hat man Experimente durchgeführt und Kleinkindern ein Sprachaufnahmegerät umgehängt, um herauszufinden, was die Botschaften sind, die ein Kind im Alter von 1-3 Jahren empfängt. Dabei hat man ausgewertet, dass jeder zweite Satz den ein Kind hört, ein Verbot ist: „Das darfst du nicht...Das sollst du nicht...Das tut man nicht..." Mit diesen Verboten, die wir alle in der frühen Kindheit gehört haben, haben wir früh gelernt, keinen eigenen Willen zu haben und uns an den Willen des Stärkeren zu orientieren und auszurichten - zumal wir dafür Anerkennung und Belohnung bekommen haben.

So haben viele Menschen als Erwachsene gar nicht oder nur unzureichend Kontakt mit ihrem eigenen Willen. Auf die Frage: Was wünschst du, können dann viele nur „Ich weiß nicht" oder „ist mir egal" antworten. Die unzureichende Entwicklung des eigenen Willens führt dazu, dass sich viele Menschen als Opfer fühlen. Opfer von Entscheidungen, die andere für sie treffen (der Chef, die Politiker, der Partner, die Eltern) und Opfer von Ereignissen, auf die sie scheinbar keinen Einfluss haben. Die Vorstellung, Opfer zu sein, gibt vielen Menschen ein Gefühl von Ohnmacht, Resignation und Gleichgültigkeit sich selbst, den Menschen und dem Leben gegenüber. Das Leben wird so langweilig und freudlos. Das ist noch einmal stärker bei Menschen zu beobachten, die in autoritären politischen Systemen aufgewachsen sind und der eigene Wille auch von Staats wegen gebrochen wurde.

Den eigenen Willen wieder zu entwickeln, zu pflegen und zu stärken ist Intention der ersten Übungen:

Die Aufmerksamkeit lenken

Realitäten werden geschaffen durch Aufmerksamkeit.
Worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, das wächst,
wovon wir sie abziehen, das wird kleiner.

Unser Wille steuert alle inneren und äußeren Aktionen den ganzen Tag über: Unsere Handlungen, Worte und Gedanken, unsere Wahrnehmungen und in gewissem Maße sogar unsere Gefühle. Nur bei den meisten Handlungen ist unser Wille vollkommen unbewusst. Deshalb sagen die Sufis, die Mystiker des Islam: „Der Mensch ist eine Maschine." Wir fahren die meiste Zeit des Tages auf Autopilot und wundern uns dann, wo wir ankommen und sagen dann: Da wollte ich aber gar nicht hin. Als erstes steuert unser Wille unsere Wahrnehmung. Normalerweise richten wir unbewusst unsere Aufmerksamkeit und damit die Wahrnehmung unserer Sinne sprunghaft hin und her. Wie ein Äffchen springt die Aufmerksamkeit von Eindruck zu Eindruck. Nervosität, Unruhe, Unkonzentriertheit hat mit dieser unbewussten Konditionierung zu tun, die in unserer schnell lebigen Gesellschaft gefördert wird. So ist insgesamt der Rhythmus des Lebens schneller geworden, deutlich sichtbar an den schnellen Wechsel von Sequenzen in Filmen, schnelleren Beat in der Musik und einem Übermaß an Eindrücken und Informationen. Wenn aber die eigene Fähigkeit willentlich die Aufmerksamkeit auszurichten nicht entwickelt ist, verliert man sich.

Oft hängen wir umgekehrt mit unserer Aufmerksamkeit aber an etwas oder jemandem fest und erzeugen dadurch bestimmte Probleme oder Gefühle, obwohl das eigentlich nicht unsere Intention war wie in folgendem Beispiel. Nur durch die unbewusste Fixierung unserer Aufmerksamkeit erzeugen wir Unwohlsein, Verstimmung oder sogar Probleme, Konflikte und Leid.

Beispiel: Ich bemerke, wie als Beifahrer meine Aufmerksamkeit immer wieder vom Fahrer und seinem Fahrstil angezogen wird, der meiner Ansicht nach zu langsam und unsicher fährt. Da ich es eilig habe werde ich ungeduldig und gereizt. Ich warte förmlich auf die nächste Situation, in der er sich „dumm" verhält und kommentiere sein Verhalten innerlich. Ich schaue demonstrativ auf die Uhr und sehe den roten Punkt, den ich darauf geklebt habe, um mich an die Aufmerksamkeit zu erinnern. Ich bemerke, wie meine Aufmerksamkeit fest hängt und beschließe meine volle Aufmerksamkeit auf die Musik, die spielt, zu richten. Ich entscheide mich, für die Länge dieses Musikstücks mit der Aufmerksamkeit bei der Musik zu bleiben, und alles andere auszublenden. Ich schließe die Augen und höre intensiv einige Minuten der Musik zu, tauche ganz ein. Als ich die Augen wieder aufmache, bemerke ich, dass ich gelassener geworden bin. Eigentlich fährt der Fahrer wie jeder andere auch...

Intention: Bekomme ein Bewusstsein, wovon deine Aufmerksamkeit angezogen wird und lerne deine Aufmerksamkeit bewusst zu lenken. Durch die Fähigkeit die eigene Aufmerksamkeit auszurichten kannst du erfahren, wie dein Wille und Bewusstheit geschult werden. Du erlebst dich dann weniger als reagierender sondern als agierender Mensch. Vielleicht wirst du sogar gewahr, wie du allein durch die Steuerung deiner Aufmerksamkeit Realitäten erschaffen oder verändern kannst.

Übung: Beschließe an den Tagen, die du dafür vorsiehst, deine Aufmerksamkeit zu beobachten und immer wieder bewusst auszurichten. Immer wenn du daran denkst, nimm wahr, wohin du deine Aufmerksamkeit richtest. Worauf richtest du deinen Blick? Wem hörst du zu? Womit beschäftigen sich deine Gedanken?
Bemerke, wenn dir etwas nicht gut tut, und fasse dann den Entschluss deine Aufmerksamkeit woanders hinzurichten. Tue das ganz bewusst für eine oder mehrere Minuten. Wahrscheinlich wirst du danach eine Veränderung wahrnehmen.

Hilfsmittel: Unterstütze dich selbst darin, immer wieder an die Aufmerksamkeit zu denken: Hefte dir einen kleinen Zettel mit dem Wort „Aufmerksamkeit" dorthin, wo du tagsüber immer wieder hinschaust. Klebe dir einen bunten Punkt auf die Uhr oder knote dir einen Faden daran.

Mantra: Wohin ich meine Aufmerksamkeit richte, das wächst

Weitere Infos: www.lifecreation.de

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