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Trennung webDie vaterlose Gesellschaft

Speziell in Deutschland erleben wir seit etwa hundert Jahren eine vaterlose Gesellschaft: Die Väter verschwanden und kamen im Ersten und Zweiten Weltkrieg zum großen Teil ums Leben. Sie hinterließen Familien mit Kindern, die ohne Vater aufwuchsen. Für ein Viertel der Kinder der Kriegs- und Nachkriegszeit in Deutschland bedeutete dies eine Kindheit ohne Vater, ungezählte andere hatten eine gestörte Beziehung zu einem kriegstraumatisierten Vater. Insgesamt wuchsen mehr als die Hälfte der Kinder in Deutschland von 1939 bis 1945 durch Verlust des Vaters oder langjährige Abwesenheit vaterlos auf. Das prägte nachhaltig die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland hin zu einer vaterlosen Gesellschaft.

In den letzten Jahrzehnten änderten sich die Gründe für Vaterlosigkeit. Fehlte der Vater einst, weil er früh verstarb, so vermissten ihn seine Kinder jetzt aufgrund von Scheidung oder Trennung.

Scheidung und Trennung nehmen rapide zu mit dem Ergebnis, dass die Kinder fast ausschließlich bei der Mutter bleiben. In Deutschland wachsen aktuell etwa 1,6 Millionen Kinder mit nur einem Elternteil auf. In 89 Prozent der Fälle ist dies die Mutter. 1,42 Millionen Kinder wachsen in Deutschland ohne Vater auf – und die Zahl ist steigend (Quelle: Statistisches Bundesamt 2014).

Hinzu kommt, dass Väter in Medien und Gender Mainstream immer mehr entwertet und für überflüssig erklärt werden. Auch in der herkömmlichen Psychologie spielt der Vater keine große Rolle; die Bedeutung der Mutter für die gesunde Entwicklung des Kindes ist das Thema; der Vater scheint hier nicht erwähnenswert zu sein.

Welch ein Irrtum. Wir behaupten: Kinder brauchen für eine gesunde Entwicklung ihrer Persönlichkeit den Vater genauso wie die Mutter. Das gilt für Mädchen genauso wie für Jungen – und zwar hinsichtlich der eigenen geschlechtlichen Identität als auch ihrer Beziehungsfähigkeit.

 

Die Folgen der Entvaterung

In unserer Praxis mit Frauen und Männern erleben wir zunehmend junge Menschen, die ganz ohne Vater aufgewachsen sind und ihn teilweise gar nicht kennen. Der gänzlich fehlende Vater hinterlässt ein großes Loch, eine tiefe Leere beim Mädchen wie beim Jungen, das zu einer großen Selbstunsicherheit führt. Der Spiegel der väterlichen liebe bleibt leer, eine wesentliche Wurzel für die Entwicklung der eigenen Identität fehlt. Nicht wenige haben einen gestörten Kontakt zum Vater, weil der Vater schwach oder emotional nicht zugänglich ist. Dann bleibt der Vater ein Fremder, ein unsicherer Kandidat. Die Konsequenz für den Jungen ist ein fehlendes Vorbild, an dem er sich orientieren kann, mit dem er sich reiben und messen kann, dem er folgt oder von dem er sich abzugrenzen lernt. Diese Möglichkeiten braucht der Junge, um zu einem reifen, eigenverantwortlichen Mann zu reifen, um seine männliche Identität aufzubauen.  Auch das Mädchen braucht seinen Vater. Er ist der erste männliche Repräsentant im Leben des Mädchens. Im besten Fall erschließt der Vater dem Mädchen die männliche Welt. Durch ihn versteht es wie Männer ticken, wie sie denken, was sie fühlen, wie sie die Welt und das Leben sehen – und vor allem, in welchem Verhältnis er zu den Frauen steht. Ist der Vater abwesend, körperlich oder emotional und zeigt wenig oder gar keine Präsenz,  bleibt auch der Vater-Mann immer fremd; sie versteht ihn einfach nicht. Diese Frauen haben es schwer, eine emotionale und vertrauensvolle Beziehung zum Mann aufzubauen, sowie eine tragfähige Partnerschaft. Gleichzeitig leiden viele dieser jungen Frauen unter mangelndem Selbstvertrauen und liebevoller Selbstwertschätzung, auch wenn es nach außen oft erst einmal anders erscheint.  

 

Vater Tochter 179288609 webDie Rolle des Vaters für die Tochter

Der Vater, der seine Tochter liebt, der körperlich und emotional präsent ist, ihr einen Teil seiner Zeit widmet und gerne für sie da ist vermittelt dem kleinen Mädchen Selbstbewusstsein und ein starkes Selbstwertgefühl. Sie wird voller Freude und Vertrauen ihre Liebe weiter zum Vater fließen lassen und entwickelt dabei ihre eigene Liebesfähigkeit, die sie später dann auf den Mann richten wird. Je stärker die Liebe des Mädchens fließen darf, indem der Vater präsent ist und ihr körperliche und emotionale Zuwendung gibt, umso stärker ist später ihre Liebe und Vertrauen zum Mann, ihr Selbstbewusstsein als Frau und ihre Möglichkeit, erfüllende und glückliche Liebesbeziehungen und Partnerschaften mit Männern einzugehen. 

 

Die Rolle des Vaters für den Sohn

Bevaterung ist für den Jungen vor allem hinsichtlich der eigenen männlichen Identität wichtig. Ist der Vater körperlich und emotional präsent, widmet er seinem Jungen einen Teil seiner Zeit und ist gerne für ihn da, vermittelt er dem Jungen Selbstbewusstsein und ein starkes Selbstwertgefühl.

Der Junge hat im Vater ein Vorbild, an dem er sich orientieren kann, mit dem er sich reiben und messen kann, dem er folgt oder von dem er sich abzugrenzen lernt. Diese Möglichkeiten braucht der Junge, um zu einem reifen, eigenverantwortlichen Mann zu reifen, um seine männliche Identität aufzubauen. 

 

Mutter Vater Kind webDie Rolle der Familie: Vater – Mutter - Kinder

Aus unserer psychologischen Praxis wissen wir, wie essentiell wichtig die Bindung an Mutter und Vater für Ausprägung einer gesunden und gefestigten Persönlichkeit ist. Auch wenn das heute nicht mehr hip ist und mit dem Gender Mainstream nicht korrespondiert, sehen wir in der Konstellation der Ursprungsfamilie, in der ein Kind aufwächst die entscheidenden Weichen für das spätere Leben gestellt: Männliche und weibliche Identität, Selbstwert und Selbstliebe, soziale Kompetenz, Urvertrauen und Beziehungsfähigkeit. Melanie Mühl fasst das in ihrem Buch „Die Patchwork-Lüge“ so zusammen: „Die Familie ist der größte Schutzfaktor für die seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.“ Für eine gesunde Entwicklung und das Glück der Kinder sind am allerwichtigsten: 
Die Liebe der Eltern zu spüren. Ihre tägliche Präsenz und Anteilnahme zu erleben. Der Kontinuität der Familie und des Zusammenhalts vertrauen zu können.

 

Kinder brauchen Liebe

Das klingt jetzt vielleicht etwas abgedroschen und kitschig, trotzdem behaupten wir: Kinder brauchen eine innige und verlässliche Bindung mit Vater und Mutter. Diese sind nicht durch andere Personen zu ersetzen – egal wie gut sie pädagogisch oder psychologisch geschult sind. Denn Vater und Mutter geben einem Kind das Allerwichtigste im Leben: Liebe. Eine Mutter liebt ihr Kind und drückt dies auf ihre weibliche Art in vielen Gesten und Handlungen aus. Ein Vater liebt sein Kind und drückt seinen Stolz auf seine männliche Art aus. Ein Kind, das dies täglich spüren kann, weil seine Eltern da sind und es ihm zeigen hat die wichtigsten Voraussetzungen, um gesund und glücklich aufzuwachsen, intelligent zu werden und selbst später eine erfüllte Liebesbeziehung zu leben. Denn es hat die entscheidende Lektion im Leben durch seine Eltern gelernt: sich selbst zu lieben. Die Liebe, der Stolz und das Engagement der Eltern für ihr Kind ist eben durch nichts und niemanden zu ersetzen. Lass dir nichts einreden als Vater. Nur du bist der Vater deiner Kinder und keine Frau und auch kein anderer Mann kann deinen Kinder das geben, was du ihnen geben kannst: Bevaterung. Es ist eben mehr als nur „Be-treuung“ und „Be-ziehung“ und auch als „Be-schäftigung“. Be-vaterung gibt nur der Vater seinen Kindern. Je mehr sie davon bekommen, umso besser für alle Beteiligten. Und auch Bemutterung ist wichtig, aber eben im Gleichgewicht mit Bevaterung. In einem Zeitgeist der Beziehungslosigkeit und Brüchigkeit menschlicher Verbindungen ist eine echte Liebesbeziehung der Eltern sowie eine konstante und sichere Bindung zu Vater und Mutter im Alltag besonders wichtig. Gib deinen Kindern diese Sicherheit und du wirst dich später daran erfreuen können, wie gut sie ihr Leben meistern!

 

Lies dazu auch das Buch    Bevaterung

 

 

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