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Inhaltlich knüpft dieses Kapitel an das vorangegangene an. Die hierzu gehörige Übung unterstützt und spezifiziert noch einmal die vorangegangene Übung.

Ich bin angekommen,
ich bin zuhause,
im Hier, im Jetzt.
Ich bin fest, ich bin frei,
im tiefsten Wesensgrund verweile ich.
Thich Nhat Hanh

Ein sehr wirkungsvolles Mittel, um den Geist heimzuholen habe ich, Björn, als junger 21-jähriger Mann in Indien gelernt. Ich wohnte in Benares am Ganges und nahm dort Tabla-Unterricht, eine indische Trommel. Ich war so intellektuell und mein Geist so sprunghaft, dass ich einfach keinen Rhythmus halten konnte. Also bekam ich von meinem Lehrer folgende Aufgabe: „Jeden Morgen auf dem Weg am Ganges entlang von deiner Pension zum Ashram zähle deine Schritte." „So eine primitive Aufgabe" dachte ich, eine Beleidigung für meinen Verstand. Aber ich tat, wie mir geheißen. Der Weg dauerte etwa eine halbe Stunde und das Gangesufer, der heilige Fluss Indiens am Morgen ist einfach ein spannendes Abenteuer, voll pulsierendem Leben: Menschen, die aus ganz Indien hierher strömen, Verkäufer, die einem etwas andrehen wollen, Bettler, die sich aufdrängen, Mönchsgesänge und rituelle Waschungen, Leichenverbrennungen, Opferzeremonien - überhaupt kein Vergleich mit einem deutschen Flussufer. Und ich verlor immer wieder die Zahl, war zu abgelenkt. Der Lehrer stellte mir nur zwei Fragen: „Wie viele Schritte hast du gemacht?"

Und „Bist du sicher, dass die Zahl stimmt?" Die erste Frage konnte ich ungefähr beantworten, aber auf die zweite hatte ich nur ein „Nein". Am nächsten Tag konzentrierte ich mich wie verrückt und schwor mir, mich heute garantiert nicht ablenken zu lassen. Ich hatte es fast geschafft, als ein frecher Bettler mir in die Tasche greifen wollte und ich mich wehren musste und die exakte Zahl vergaß. Am nächsten Tag war es eine Leichenverbrennung, dann ein wunderschönes Mädchen, einmal bin ich gestolpert und fast in den Ganges gefallen... Es war wie verhext. So dauerte es 2 Wochen bis ich es endlich schaffte, um dann kompliziertere Rhythmen zum Üben von meinem Lehrer mit auf meinen Weg zu bekommen. Vielleicht gelingt es dir etwas einfacher als mir damals...

Intention:

Lernen, die Gedanken auszurichten und sich auf eine Sache zu konzentrieren. Die Gegenwärtigkeit des eigenen Körpers und Handelns erleben.

Übung:

Wenn du heute zur Arbeit gehst, spazieren gehst oder joggen, zähle deine Schritte dabei und lasse dich nicht ablenken. Stelle dir hinterher drei Fragen:

1. „Wie viele Schritte waren es?"
2. „Bist du sicher, dass die Zahl stimmt?"
3. „Wie fühlst du dich? Gibt es eine Veränderung in deiner Selbstwahrnehmung durch das Zählen?"

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