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Eine Geschichte: "Wo hast du deinen Regenschirm abgestelt?"

Ein Zenschüler kommt nach sieben Jahren der Meditation zu seinem Zenmeister, um weitere Belehrungen zu empfangen. Es ist ein regnerischer Tag. Als er bei seinem Meister ankommt, stellt er den Regenschirm vor der Haustür ab und betritt das Haus des Meisters. Er kniet vor ihm nieder und ist gespannt, welch´ schwierigen Koan sein Meister ihm dieses mal geben wird. Doch dieser stellt ihm nur eine einzige Frage: "Wo hast du deinen Regenschirm abgestellt?" Erstaunt und ein wenig pikiert antwortet der Schüler: "das ist doch völlig egal!" "Nein, nichts ist egal", antwortet der Meister. "Gehe noch einmal sieben weitere Jahre meditieren".

Gegenwärtigkeit ist ein Zustand, in dem wir im Hier und Jetzt verweilen.

Es ist ein Zustand jenseits unseres Verstandes und er ist für die meisten Menschen erst einmal unbekannt. Da wir uns meistens innerhalb unseres Verstandes, unseres Denkens bewegen, beschäftigen wir uns entweder mit der Vergangenheit oder mit der Zukunft. Wenn du dich einmal beobachtest, wirst du feststellen, dass du mit dem Analysieren, Interpretieren und Bewerten vergangener Ereignisse beschäftigt bist oder mit dem Vergleichen oder Spekulieren über zukünftige Ereignisse. Die Schamanen sagen, dass wir Menschen im Westen krank sind, weil unser Geist nicht da ist wo unser Körper ist. Unser Körper bewegt sich zwar in der Gegenwart, aber unser Geist ist mit Vergangenem oder dem Phantasieren über Zukünftiges beschäftigt.

Du kommst aber augenblicklich in die Gegenwart, wenn du dich selbst dabei beobachtest. Wenn du beobachtest, wie du gerade wieder mit deinen Gedanken in der Vergangenheit oder Zukunft schwelgst, kannst du augenblicklich dieses alte Muster zerbrechen. Du kannst deine Aufmerksamkeit augenblicklich von Vergangenheit oder Zukunft abkoppeln, einfach indem du dich beobachtest, wie du das tust. Du bist in dem Moment gegenwärtiger Beobachter deines Verstandes. Werde zum Beobachter deines Verstandes: beobachte deine Gedanken, deine Gefühle, deine Reaktionen, deine Handlungen. Beurteile und analysiere nicht; beobachte ohne dich verwickeln zu lassen, so bist du gegenwärtig.
Das ist die eine Möglichkeit, um in die Gegenwärtigkeit zu kommen.

Die andere Art gegenwärtig zu sein, ist, indem du tief in deinen Bauch atmest, dir deines Körpers gewahr bist und seine Sinne öffnest. Du öffnest dich für die sinnliche Wahrnehmung des Lebens um dich herum: du riechst, schmeckst, lauschst und fühlst: dich selbst, die Menschen um dich herum, die Ereignisse. Ohne den Verstand aktiv werden zu lassen, bleibst du in der unmittelbaren Wahrnehmung.
Beides sind gleichwertige Möglichkeiten, gegenwärtig zu sein. Buddha selbst hat beide als gleichwertig gelehrt. Probier aus, was dir mehr liegt. Der Beobachter fokussiert; in der sinnlichen Wahrnehmung dehnst du dich aus, öffnest dich weit für das unmittelbare Geschehen. Und vielleicht lernst du mit der Zeit beide Arten kennen und beherrschen und kannst mit ihnen spielen.

Durch die Gegenwärtigkeit betrittst du den Raum der Zeitlosigkeit, den wir Gewahrsein nennen.

Das Gewahrsein ist ein Raum in uns, der jenseits unserer Persönlichkeit, unbeteiligt und unberührt von unserem Denken, Fühlen und Wollen liegt, auch jenseits unserer Identität mit unserer Biografie und Familie. In diesem Raum ist es uns möglich, aus der Verstrickung mit der eigenen Persönlichkeit, negativen Gefühlen, destruktiven Gedanken, einen Schritt zurückzutreten. Aus der gewonnenen Distanz kann die Welt mit neuen Augen gesehen werden und der Blick für das Wesentliche entwickelt werden. Hier können wir erkennen, wie wir durch unsere Bewertungen und Interpretationen Grenzen und Probleme schaffen und uns letztendlich auch einsam machen.
Gewahrsein ist ein Raum der Weite und Grenzenlosigkeit und der Zeitlosigkeit. Diesen Raum zu erleben ermutigt uns, den Schritt ins Unbekannte und Unfassbare zu wagen. Es ist der Schritt über die Begrenzungen der eigenen Persönlichkeit hinaus, um ganz bei dem zu sein, was wir gerade erleben und das Leben in gegenwärtigen Augenblick zu genießen.

Intention:

Mit der ganzen Aufmerksamkeit 100% bei dem sein, was man gerade tut oder erlebt.

Übung:

Nimm dir für diese Woche an jedem Tag etwas vor, dass du 100% machst und du ganz mit deiner Aufmerksamkeit dabei bist. Nimm dir nur eine Sache am Tag vor: den Weg zur Arbeit, den du bewusst gehst, das Spielen mit deinen Kindern am Nachmittag, die körperliche Zärtlichkeit, die du mit deinem Partner teilst. Es ist egal, was du wählst. Nur wähle etwas aus, bei dem du dich entscheidest, ganz dabei zu sein. Wenn du bemerkst, wie dein Verstand einsetzt, kritisiere dich nicht dafür. Bemerke es und entscheide dich, die Gedanken loszulassen.

Mantra:

„Wenn ich gehe, dann gehe ich. Wenn ich esse, dann esse ich. Wenn ich..., dann...

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