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Persönlichkeit und Essenz

Unsere Persönlichkeitsstrukturen sind die Art und Weise, wie wir denken, wie wir fühlen und mit der Welt in Beziehung treten. Persönlichkeit haben wir im Laufe unseres Lebens entwickelt und aufgebaut, geprägt durch die Familie, in die wir hineingeboren wurden, die Werte, die uns vermittelt wurden, die soziale Schicht, Religion, gesellschaftlicher Status, Schulform, Nationalität. Wir meinen diese Persönlichkeitsstrukturen oder - anteile, wenn wir „ICH" sagen: Unseren Körper, die Emotionen und Gefühle, unsere Bedürfnisse und Intuition, das Unterbewusstsein; unsere Vorstellungen, unsere Überzeugungen und unsere Philosophie. Die Persönlichkeit gibt uns Sicherheit, mit den Erfahrungen des Lebens umzugehen und lässt uns eingebunden fühlen in einen größeren gesellschaftlichen Kontext. Der Glaube an die Realität unserer Persönlichkeit und die Identifizierung mit ihr wird von den meisten Menschen in unserem Kulturraum geteilt. Sie prägen unser gesamtes Leben.

Unsere Persönlichkeit ist unsere Matrix

Unsere Persönlichkeit bildet die Matrix, von der aus wir normaler Weise das Leben wahrnehmen und schöpferisch gestalten: Erfolg und Misserfolg, unseren Umgang mit uns selbst und anderen, unsere Liebesbeziehungen. Wir erleben unsere Persönlichkeit wie eine „zweite Haut", wie angewachsen, besonders dann, wenn wir aus ihr hinaus wollen aber nicht können. Besonders dann, wenn diese Persönlichkeitsstrukturen uns einengen, unseren Handlungsspielraum begrenzen und uns immer wieder dieselben „Fehler" und „Fallen" begehen lassen. Die meisten Menschen kennen nur ihre Persönlichkeit. Sie identifizieren sich mit ihren Gedanken, Gefühlen und Vorstellungen. Werden diese in Frage gestellt, so fühlen sie sich in ihrer Identität angegriffen.

Doch die Persönlichkeit ist nur EINE mögliche Realität.

Sowohl die Humanistische Psychotherapie, als auch die spirituellen mystischen Traditionen kennen neben der Persönlichkeit noch andere Realitäten. Ihre Gemeinsamkeit liegt in der Sichtweise, dass die Persönlichkeit nicht unser einziges und schon gar nicht unser eigentliches Wesen ist. Wilhelm Reich, der Begründer der Körpertherapie sieht die Entwicklung der Persönlichkeit aufgrund eines Mangels. Es ist der Mangel des freien Fließens unserer Lebensenergie. Er entdeckte diese ursprüngliche frei fließende und pulsierende Energie in jedem Menschen, die er Orgonenergie nannte. Diesen freien Fluss der Energie sah er in den Menschen durch Erziehung mit ihren Ge- und Verboten oder auch durch Schockerlebnisse eingeschränkt und blockiert. Je mehr der freie Fluss der Energie blockiert wird, umso mehr Persönlichkeit wird nach seinem Verständnis entwickelt. Da wo Energie über einen längeren Zeitraum massiv blockiert wird und stagniert, spricht er sogar von Persönlichkeits- bzw. Charakterpanzerungen.

Auch C.G. Jung sah in der Persönlichkeit nur einen Anteil des Menschen. Er nannte sie Persona. Die Persona war für ihn ein Gebilde, eine Art Rolle, die im Wesentlichen aus der Kollektivität entstand. Intention seiner Arbeit war es, u.a. Menschen in ihrem Individuationsprozess zu begleiten und zu unterstützen. Individuation bedeutete für ihn die Befreiung und Herauslösung aus der Persona, der Persönlichkeit und die Freilegung und Entfaltung des individuellen Ich's.

Unser Ego als „Maya" betrachten

Die spirituellen mystischen Traditionen sind noch radikaler. Sie leugnen die Persönlichkeit als eine eigenständige Realität und sprechen von Ihr als „Illusion" (Maya). Einer der drei Dharma-Siegel des Buddhismus (die drei Daseinsmerkmale der buddhistischen Lehre) ist das Nicht-Selbst (anatman). Es will zu verstehen geben, dass kein Lebewesen eine separate Existenz oder ein eigenständiges Selbst oder Persönlichkeit hat. Für die Buddhisten gibt es nur „Inter-sein" , Verbindung. „Nicht-selbst" will deutlich machen, dass wir Menschen, wie alle Lebewesen, sehr viel verschiedene Anteile in uns haben, die uns mit anderen Menschen verbinden, die bei allen gleich sind. Deswegen kann man, nach Verständnis der buddhistischen Lehre nicht von einer eigenen Existenz der Persönlichkeit sprechen. Für sie ist daher der tiefste Wesensgrund und die eigentliche Realität der Menschen Leere.

Auch für die Sufis, die Mystiker des Islam, ist die Entwicklung der Persönlichkeit nur eine Art Scheinwelt, eine Art Ersatz, die der Mensch entwickelt, weil er sein eigentliches Wesen, seine essentielle Natur im Laufe seines Heranwachsens, seiner Sozialisation verliert. Die Rückgewinnung der Essenz als natürlicher Wesensgrund des Menschen ist Intention dieses spirituellen Weges. Und das bedeutet die Befreiung des Menschen von seiner Persönlichkeit.

Folgen wir den Ansätzen der Psychotherapie und noch deutlicher der Sichtweise der spirituellen Traditionen, dann verstehen wir, dass es neben unserer Persönlichkeit noch eine andere Realität gibt, den wir den spirituellen Kern oder Wesensgrund, die Essenz des Menschen nennen. Dieser Anteil in uns ist unabhängig (frei) von unserer Persönlichkeit, berührt diese jedoch und steht mit ihr in Beziehung. Von diesem Raum in uns, der leer und frei von unserer Persönlichkeit ist, können wir diese betrachten und wenn gewollt auch verändern, bzw. verwandeln, transformieren. Dies ist ein wesentlicher Schritt im LifeCreation Training und Intention dieses Kursprogrammes.

Die Essenz ist unsere wahre Natur

Als Essenz bezeichnen wir den ursprünglichsten und grundlegendsten Wesenskern, der in jedem Menschen von Geburt an enthalten ist. Sie enthält alles, was wir für ein glückliches und sinnerfülltes Leben brauchen: das natürliche Erleben und der unschuldige Ausdruck unserer Sexualität, Emotionalität und Spiritualität. In Kontakt mit unserem essentiellen Wesenskern zu sein, bedeutet ein körperlich verankertes tiefes Gefühl des Selbstwertes, der Verbundenheit mit den Menschen und der Welt und der Sinnenhaftigkeit des Lebens. Als Babys und kleine Kinder waren wir auf unbewusste Weise noch ganz in Kontakt mit unserer Essenz: dem Urvertrauen, der Unschuld, dem Verbundensein. Im Laufe unseres Lebens, meistens bereits in den ersten Lebensjahren, haben wir den Kontakt zu unserer Essenz verloren. Um die daraus entstehende Leere, Selbstzweifel und Sinnlosigkeit nicht fühlen zu müssen, bauen wir uns ein Gerüst aus vermeintlichen Pseudogefühlen, Erklärungsversuchen (Überzeugungen) und Verhaltensstrategien, mit denen wir uns dann identifizieren und als unsere Persönlichkeit festigen. Diese Strategien, die eigenen „Löcher" nicht zu fühlen, bilden zusammen das Ego. Sowohl im LifeCreation Training als auch im LoveCreation Tantra geht es u.a. darum, die ursprünglichen Qualitäten unserer Essenz wieder freizulegen und in Kontakt damit zu kommen. Unsere eigene Essenz besteht dabei aus vielen Facetten - etwa wie ein geschliffener Diamant. In Kontakt mit der eigenen Essenz zu sein, bedeutet Wahrhaftigkeit, Liebe, Stärke, Vertrauen, Ekstase und viele andere essentielle Qualitäten wieder zum Strahlen zu bringen.

Ein Experiment

Ein Wissenschaftler machte einmal ein Experiment mit einem Fisch. Er stellte ein Aquarium auf und setzte den Fisch hinein. Was machte der Fisch? Nun, er schwamm seine Kreise entlang der Glasscheiben und nahm so das Aquarium ein. Eines Tages setzte der Wissenschaftler eine Scheibe in die Mitte des Aquariums ein und halbierte es. Was machte der Fisch? Nun, er versuchte zunächst seinen gewohnten Raum einzunehmen und stieß dabei mit seinem Maul immer wieder gegen die Glasplatte. Nach einer Weile gab er das auf - und schwamm nunmehr seine Kreise in der einen Hälfte des Aquariums. Wieder einige Zeit später setzte der Wissenschaftler noch eine zweite Scheibe ein, so dass der Raum auf ein Viertel der ursprünglichen Größe verkleinert wurde. Was machte der Fisch? Nun, er versuchte zunächst wieder seinen gewohnten Raum einzunehmen und schwamm dabei immer wieder gegen die neue Glasscheibe. Nach einer Weile gab er das wieder auf - schwamm nunmehr seine Kreise auf einem Viertel des Aquariums. Nach einer Weile nahm der Wissenschaftler beide Scheiben wieder heraus. Was machte der Fisch? Nun er schwamm weiterhin nur in dem einen Viertel des Aquariums.

Wir alle haben unser Leben innerhalb bestimmter Grenzen eingerichtet. Teilweise wurden uns die Grenzen bereits in unserer Kindheit von unseren Eltern oder anderen Erziehungspersonen gesetzt, teilweise haben wir uns selbst Grenzen geschaffen aus Schutz, Sicherheit oder einem bestimmten Vorteil heraus. Wie im Beispiel des Fisches vergessen wir häufig zu überprüfen, ob Grenzen, die es früher gab, heute noch existieren.

Nach einer US-Studie hören Kinder und Jugendliche bis zu ihrem 18. Lebensjahr durchschnittlich 148000 Mal Botschaften, die ihnen Grenzen setzen, wie: „Das schaffst du nicht." „Schlag dir das aus dem Kopf." „Das ist unrealistisch." „Werde erst mal erwachsen." „Lass das sein." „Werde endlich realistisch." Etc.Was waren zentrale Sätze in deiner Familie, mit denen Eltern und Angehörige dir Grenzen gesetzt haben?

Früher haben unsere Eltern uns Grenzen gesetzt, heute tun wir selbst es. Nur WIR SELBST können Grenzen setzen, überprüfen und überwinden! Niemand anderes kann das für uns tun! Grenzen zu setzen sich selbst oder anderen gegenüber kann dabei durchaus sinnvoll sein, wenn es in bewusster und sinnvoller Absicht geschieht. Grenzen gibt es meist auf der körperlichen Ebene in unseren Bewegungsmustern, die wesentlich eingeschränkter als bei Kleinkindern sind.. Auf der emotionalen Ebene, indem wir uns nur bestimmte Gefühle erlauben zu fühlen und auszudrücken, auf der mentalen Ebene oder auch in unseren Beziehungsmustern. Meistens werden diese Grenzen im Laufe des Lebens nicht mehr in Frage gestellt und überprüft, ob sie noch sinnvoll sind. Dann begrenzen sie uns und schränken uns in unserer Entfaltung und unseren Möglichkeiten ein.

Intention:

Aufmerksam werden für einschränkende, persönliche Begrenzungen und diese gegebenenfalls erweitern.

Übung:

Die folgende Übung zeigt dir, wie einfach es sein kann, persönliche Grenzen zu erforschen und sanft zu erweitern:

1. Stelle dich schulterbreit hin und strecke die Arme gerade zu den Seiten aus. Während Arme und Beine gestreckt bleiben, drehe nun den Oberkörper und Kopf so weit du kannst in eine Richtung nach hinten, um die eigene Achse. Merke dir den Punkt, wie weit du drehst (Z.B. einen Punkt an der Wand). Drehe dich wieder zurück und entspanne den Körper.

2. In welcher Situation in deinem Leben erlebest du immer wieder eine persönliche Grenze? Diese kann wie gesagt im körperlichen, emotionalen, zwischenmenschlichen oder mentalen Bereich liegen. Formuliere diese Grenze für dich.
Jetzt beginne tief und entspannt in den Bauch zu atmen. Stell´ dir vor, wie es wäre, wenn du diese Grenze überwinden würdest. Was würdest du dann tun, sagen oder dich verhalten? Wie würdest du dich dann fühlst? Stelle dir das Resultat möglichst konkret vor. Atme dabei bewusst tief ein und aus und entspanne deinen Körper.

3. Beschließe die alte, von dir selbst gesetzte Grenze nicht mehr zu akzeptieren oder diese sanft zu erweitern, wenn dir das lieber ist. Treff´ bewusst diese Entscheidung. Hebe dann wieder beide Arme und drehe dich wieder so weit wie du kommst.

Bist du über die Grenze beim ersten Mal hinausgekommen? Bravo! Was du auf der körperlichen Ebene vollbracht hast, kannst du auch auf anderen Ebenen.

Achte heute auf persönliche Begrenzungen. Das kann auf der körperlichen Ebene beim Sport sein; das kann Zurückhaltung im Kontakt mit anderen sein oder eine andere Situation, in der du dich durch selbst geschaffene, begrenzende Vorstellungen blockierst. Wenn du solch eine Grenze bemerkst, halte bewusst einen Moment inne, bleibe an der Grenze stehen, atme tief und entspanne dich. Entscheide dich dann die Grenze zu erweitern. Gehe einen kleinen Schritt über die Grenze hinaus und beobachte, was mit dir passiert.

Mantra:

Alle Möglichkeiten sind in mir.

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