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Liebe Dakini Schwestern, liebe Frauen und liebe Männer,

Diese Worte richten sich in erster Linie an die Frauen, denn es sind ihre Fragen, die mich bewegt haben, hierüber etwas zu schreiben. Aber auch der Mann ist hier mit einbezogen und meine Worte richten sich auch an ihn. Denn ich halte es für wichtig, dass gerade auch der Mann, der unabhängig und autonom geworden ist, wieder lernt auf gute Weise auf die Frau zu hören.

Damit meine ich keine Rückkehr zur Mama, die immer Recht hat und auch kein Nice Guy verhalten, der , unterwürfig, zu allem „Ja und Amen“ sagt. So ein Verhalten ist auch uns Frauen zuwider.

Ich meine damit ein ehrliches Zuhören, im Sinne, was hat mir die Frau, mein Gegenüber in der Tiefe zu sagen.

Die Wurzeln im eigenen Selbst finden

Zu Beginn dieses Jahres ist mein Buch erschienen: „Weiblichkeit leben – die Hinwendung zum Femininen“. Dieses Buch ist an Frauen gerichtet mit der Einladung, mehr ihre femininen Qualitäten zu integrieren, vor allem in der Liebe und Sexualität wie Hingabe, sich fallen lassen, vertrauen und Empfänglichkeit.

Unsere Bücher sowie die Inhalte unserer Seminare sind getragen von der Vision, dass Frauen wie Männer, die Kraft, Liebe und einzigartigen Qualitäten ihres Frau- bzw. Mannseins entdecken und für sich zurückgewinnen. Mann und Frau erkennen ihre Verschiedenheit und begegnen einander in der Freude am Spiel mit dem anderen in achtsamer und respektvoller Art.

Die Überzeugung, die hinter der Ausrichtung unserer Frauen- wie Männerarbeit steht, ist: wenn die Liebe und Wertschätzung für das eigene Feminine und Maskuline wiedergefunden ist, sich Frau und Mann wieder füreinander öffnen und angstfrei und ohne Vorbehalte sich aufeinander zubewegen werden.

Hingabe an sich selbst

Als Frau die eigenen femininen Eigenschaften mehr zu entfalten tun wir jedoch nicht allein für das Zusammensein mit dem Mann. Hingabe meint erst einmal die Hingabe an die eigene feminine Energie. Vertrauen bedeutet erst einmal, sich selbst und den eigenen Impulsen zu vertrauen und Empfänglichkeit bedeutet die Offenheit für die eigene sexuelle Lust und ihren Ausdruck, sowie die Öffnung für das eigene Herz. Erst dann kommt der Mann – und nicht umgekehrt. Erst wenn die Frau die Liebe für sich selbst in sich gefunden hat und ganz bei sich angekommen ist, hat sie die innere Kraft und Selbstsicherheit, sich auch einem anderen ganz zu schenken und hinzugeben. Sonst läuft sie Gefahr, verloren zu gehen.

Hingabe, Vertrauen und Empfänglichkeit, die nicht zutiefst im eigenen femininen Selbst und Körper verwurzelt sind, birgt auch die Gefahr der Herabsetzung durch den Mann. Die maskuline Energie ist in ihrem reinen ursprünglichen Ausdruck immer stürmisch, nach außen drängend, erobern wollend, aggressiv, um darin die eigene Macht und Potenz zu spüren. Die Aufgabe des Mannes ist es daher, seine überschäumende männliche Staccatokraft nicht nach Lust und Laune willkürlich auszuleben, sondern sie zu kontrollieren und in Visionen und Projekte zu lenken.

Die feminine Energie ist in ihrem reinen Ausdruck fließend, auf den anderen eingehend, empfänglich und lässt sich gerne mitnehmen. Das bedeutet im konkreten Zusammenspiel von Frau und Mann egal ob das im beruflichen Feld oder in der Sexualität ist, dass die Frau stark und selbstsicher in ihrer Weiblichkeit sein muss und sich damit einbringt, ansonsten wird sie von der maskulinen Energie vereinnahmt, überrollt und verdrängt.

Der kleine Unterschied und seine großen Folgen: zwischen Hingabe und Aufopferung

Das beobachte ich bei Frauen aus dem Dakini-Training, die meinen, Hingabe bedeutet die eigenen Impulse, ihre zutiefst empfundene eigene Wahrheit zugunsten des Mannes aufzugeben. Die Hingabe missverstehen als ein über sich selbst hinweggehen. Die den eigenen Gefühlen nicht vertrauen und es nicht wagen, dem Mann gegebenenfalls ein „Nein“ entgegenzusetzen, weil sie meinen, damit gegen die Liebe und Hingabe zu verstoßen. Ich möchte Euch jedoch an dieser Stelle sagen, dass ich das für einen fatalen Irrtum halte! Auch zur Liebe und Hingabe gehört das „Nein“, die Grenzsetzung, nämlich dann, wenn die eigene Liebe und Hingabe verletzt wird und vom Mann nicht mit Achtung gewertschätzt werden kann.

Bei Männern beobachte ich das legendäre Verhalten, dass sie Führung missverstehen und ihre eigenen nicht erkannten Ohnmachtsgefühle und Ängste in Machtgehabe verkehren. So ein Verhalten führt zu neuer Verletzung und Machtkampf! Wenn Männer meinen, Führung bedeutet die Frau klein, abhängig und devot zu halten, sind sie in einem fatalen Irrtum gefangen! Meiner Meinung nach versteckt sich dahinter ein starkes Kontrollbedürfnis, was die eigenen Ängste kaschieren will. Dieses männliche Verhalten korrespondiert mit dem Verhalten von Frauen, die meinen, wenn sie sich einem Mann hingeben, müssen sie alles mit sich machen lassen. Das führt zu Gewalt und Abhängigkeit, die wir aus der jahrhundertelangen Geschichte von Frau und Mann kennen. Das ist kein Fortschritt sondern ein Rückschritt in der Geschlechterbeziehung.

Der Mann hat daher die spirituelle Aufgabe sich zu erden und seine überschäumende Staccatokraft zu transformieren und in Visionen und Projekte zu lenken. Verwurzelte, geerdete Männer mit einer Vision haben es nicht nötig, Frauen klein zu halten oder ihr seinen Willen aufzuzwingen. Sie können sich in der Paarbeziehung hingeben, ohne dabei an Stärke zu verlieren.

Ein neues Miteinander

Ein wirklicher Fortschritt zwischen Mann und Frau geschieht erst, wenn beide verwurzelt und selbstsicher im eigenen Frau- bzw. Mannsein sich ehrlich und offen aufeinander beziehen, mit dem gemeinsamen Wunsch, voneinander zu lernen und miteinander zu wachsen – in dem Wissen, dass sie dafür einander brauchen und füreinander bestimmt sind - wie im Yin-Yang Symbol. Die Frau hat neben ihren ausgeprägten weiblichen Qualitäten auch männliche Qualität; das bedeutet Selbstsicherheit, die Kraft und Klarheit Grenzen zu setzen und die Fähigkeit sich mit ihren weiblichen Qualitäten offensiv einzubringen. Der Mann hat auch weibliche Qualitäten entwickelt; d.h. er kann zuhören, Verständnis aufbringen und sich beziehen – und zwar auf die Frau.

Der Mann, der sich nicht mehr auf die Frau bezieht, in dem Sinne, dass er ihr zuhört und seine Gefühle im Spiegel der Frau reflektiert treibt sich selbst in die Isolation. Er kreist in seiner Autonomie und einem falsch verstandenem Freiheitsdrang nur noch um sich selbst und verliert den Bezug zur Realität (die aus Mann & Frau besteht).

Auch der Mann hat einen Anteil femininer Qualitäten in sich und das ist unter anderem Herzenswärme, die Fähigkeit, tiefe Verbindungen einzugehen und zu lieben. Die Frau, die meint, sie muss alles für den Mann tun, verliert sich selbst, ihre feminine Kraft, ihre Würde und macht sich selbst zum Opfer.

Es erscheint für viele Frauen eine schwierige Gradwanderung zu sein, unterscheiden zu lernen zwischen Hingabe und (selbst-) verletzender Auslieferung. Und natürlich müssen wir auch ein Gespür dafür entwickeln, ob der jeweilige Mann, auf den wir uns einlassen, unsere Hingabe und unser Vertrauen wertschätzt.

Ein Mann, der ständig auf seinen Führungsanspruch pocht und damit ausschließlich seine eigenen Bedürfnisse und seinen Willen durchsetzen will, dem sollten wir nicht mit endloser Hingabe begegnen. Hier ist das „Nein“ in der Liebe gefragt, um damit Verantwortung für uns, unsere seelische und körperliche Gesundheit und Integrität zu übernehmen. Der Mann, der wirklich führt, trägt auch Fürsorge für die Frau und allen anderen Menschen in seiner Nähe und spürt, hört und achtet die Wünsche der Frau, ihre Wahrheit und ihre Grenzen.

Lassen wir die gemeinsame Täter-Opfer-Geschichte hinter uns und beginnen wir wahrhaft zu kommunizieren. Der Mann mit dem aufmerksamen Hören auf die Frau – die Frau mit dem aufmerksamen Hören auf sich selbst. Sie kann ihrem Innersten vertrauen, wenn sie damit verbunden ist. Lassen wir unsere Bedürftigkeit und die dahinter liegende Wunde nach Anerkennung los und erinnern uns an unsere wahre Bestimmung: einzigartige Geschöpfe der Liebe geschaffen als Frau und Mann. Und glauben wir daran, dass wir zusammengehören und uns nicht länger trennen: weder von uns selbst noch vom anderen.

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