Unsere Publikationen zu den Themen Partnerschaft, Liebe und Sexualität

Wenn die Leidenschaft vergeht

Sexualität in Ehe und Partnerschaft

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Wenn der Sex nicht mehr das ist, was er mal war...
Wer kennt das nicht: am Anfang einer Beziehung ist die Lust und Leidenschaft auf den Partner allgegenwärtig. Doch bereits nach wenigen Jahren herrscht im Bett tote Hose statt Lust und Leidenschaft.
„Nix los in deutschen Betten" war denn auch der reißerische Titel einer Fernsehsendung vor Jahren mit uns im WDR. Dies ist denn auch einer der häufigsten Gründe für gravierende Eheprobleme und Beziehungskrisen, die oft in Trennung und Scheidung enden. Doch das muss nicht so sein! Die systemische Paar- und Sexualtherapeutin Leila Bust gibt als Beziehungsexpertin einige Tipps, wie Sie in Ihrer PArtnerschaft "das Ruder herumreißen" können.

Es scheint wie ein Naturgesetz, das von vielen beklagt wird. Die Erklärungen dafür sind vielfältig und überzeugend: zu viel Stress, zu viel Alltag, zu viel Kindersorgen, zu viel Beruf und zu viel anderes, was wichtiger erscheint. Oder die Beziehung ist zu problembehaftet, durch die Erwartungen und Rollen, die die Beziehungspartner füreinander spielen sollen: Papa, Mama, bester Freund und beste Freundin, der mit dem man die Freizeit gestaltet - und dann noch Liebhaber. Da kann letzteres schon mal zu kurz kommen. Aber das war auch einmal anders in der Beziehung.

Am Anfang war Eros
Das Feuer, das für den anderen brannte, die körperliche Anziehung, das Begehren. Das Abenteuer den anderen zu erobern, ihn/sie für sich zu gewinnen. Die Aufregung und Neugierde auf den anderen, ihn/sie kennen zu lernen, zu erforschen, das Spiel der verschiedenen Kräfte im Spannungsfeld der Sexualität.
Eros ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Sexualität und Eros lebt von der Distanz. Ohne Distanz keine Anziehung. Das magnetische Feld der Anziehung, die Spannung des Eros entsteht durch die Verschiedenheit und Fremdheit der männlichen und weiblichen Polarität. Alle natürlichen Erscheinungen auf dieser Erde existieren im magnetischen Spannungsfeld zweier Pole. Der Nord und Südpol der Erde schaffen ein magnetisches Kraftfeld, der positive und negative Pol in der Steckdose ermöglichen den elektrischen Stromkreislauf. Auf dieselbe Weise entsteht ein starkes sexuelles Magnetfeld zwischen dem maskulinen und femininen Pol - starke sexuelle Gefühle zwischen Mann und Frau. Mal steigt die Spannung, mal kommen sich die Pole näher, mal entfernen sie sich wieder voneinander. In diesem Spiel von Nähe und Distanz bleibt die magnetische Spannung erhalten. Treffen die beiden Pole jedoch aufeinander, sind sie ganz zusammengekommen, haften sie aneinander ist jede magnetische Spannung aufgehoben.

Das Spiel der Anziehung beruht auf dem Spannungsfeld dieser beiden polaren Kräfte - und Anziehung, Begehren, Eros ist Bestandteil der Sexualität, zumindest der leidenschaftlichen. Fehlt die Distanz, das Spannungsfeld in der Beziehung, fehlt die Anziehung zwischen den Partnern verabschiedet sich die Sexualität immer mehr aus der Partnerschaft. Das ist die These, die auch die Paar- und Sexualtherapeutin Esther Perel in ihrem neuen lesenswerten Buch „"Wild Life" - die Rückkehr der Erotik in die Liebe" entfaltet.

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Liebe contra Sex
Das ist erst einmal eine provokante und auf den ersten Blick vielleicht unverständliche These. Ist es nicht vielmehr so, dass Liebe den Sex sucht und Sex Verbindung und Liebe? Ist Sex, der nicht in Liebe eingebettet und von ihr getragen ist, nicht fad und funktionell? Fehlt der Liebe ohne Sex nicht die Würze? Und ist es nicht so, dass die Häufigkeit und Intensität der Sexualität auch von der guten Beziehung und Kommunikation abhängt? Zumindest behauptet das auch die klassische Paartherapie. „Liebe contra Sex" räumt erst einmal mit der liebgewonnenen Vorstellung auf, dass Paare sich zu sehr auseinander gelebt haben oder die Beziehung nicht mehr stimmt, wenn die Sexualität weniger wird oder gar ganz versiegt. Vielmehr behauptet sie das Gegenteil: dass ein zuviel an Beziehung oder Liebe die Sexualität verbannt. Warum?

Sicherheit und Geborgenheit contra Abenteuer und Erregung
Stabile Partnerschaften beruhen auf Nähe, Verlässlichkeit, Berechenbarkeit, Gleichheit. Die Liebe sucht das Gleiche, die Gleichheit, die Verschmelzung. Erotik und Leidenschaft lebt von der Distanz, der Fremdheit, dem Geheimnis, der Unsicherheit. Je mehr Sicherheit und Geborgenheit, Stabilität in der Beziehung nun von den Beziehungspartnern angestrebt und entwickelt wird, um so mehr wird die Lust und Leidenschaft verdrängt. So verwundert es nicht, wenn in längeren Partnerschaften die Lust und Leidenschaft zurückgeht. Das womit wir unsere Beziehungen fördern und stützen wollen: absolute Offenheit, Verständnis und Gleichheit fördert nicht unbedingt den leidenschaftlichen Sex. Wenn also die beiden Beziehungspartner alles ganz offen miteinander bereden, sie sich ihre Geheimnisse erzählen fördert das erst einmal das freundschaftliche Band zwischen ihnen, nicht aber die Erotik. Nur in den allerwenigsten Fällen kann der „beste Freund" auch zugleich der leidenschaftliche Liebhaber sein. Dass aber doch die meisten von uns längere und verbindliche Partnerschaften suchen und eingehen zeigt ja unser Bedürfnis nach Nähe, Geborgenheit, ein Zuhause. Durch die narzisstische Wunde unserer Kindheit versuchen wir alles, um mit dem Partner ein warmes Nest des Vertrauens, der Nähe und Geborgenheit zu schaffen, suchen alles, was diesen Prozess verstärkt und meiden alles, was diesen in Frage stellen könnte. So gibt es gemeinsame Projekte wie Hausbau, Kinder, gemeinsamer Urlaub, gemeinsame Hobbys, gemeinsame Philosophie, Glauben etc. Manchmal geht das so weit, dass sich eigene Wünsche und Träume, die den Partner dabei ausschließen nicht einmal eingestanden werden. Werden aber dem Partner zuliebe auf eigene Wünsche und Bedürfnisse verzichtet, entwickelt sich auf die Dauer Unzufriedenheit, Langeweile und ein Gefühl, nur noch zu funktionieren.

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Und ewig lockt das Fremde
Der Ausweg aus der Monotonie und Langeweile scheint dann darin zu liegen, zurück zu kehren zu dem, was mal war. Die meisten erinnern sich; die Lust, die Leidenschaft, der sexuelle Eroberungsdrang ist noch lebendig. Für einige führt der Weg zurück zur Distanz, zum Alleingang oder Fremdgang: in die Affäre. Durch die Außenbeziehung wird das zu eng gewordene Band in der Partnerschaft wieder gelockert. Jetzt gibt es wieder Geheimnisse, Aufregung für beide Beziehungspartner, Fremdheit. Der Fremdgänger fühlt sich vielleicht seid langer Zeit wieder lebendig und lustvoll. Das Fremdgehen, das immer als Beziehungskrise erlebt und bewertet wird und diese Komponente sicherlich hat, bringt aber auch auf eine Art wieder Bewegung in die Partnerschaft. Der Partner erscheint in seinem/ihrem „neuen" Verhalten fremd, gibt Rätsel auf, will im besten Fall zurückerobert werden.
In ihrem bereits erwähnten Buch plädiert Esther Perel dafür, dass „Fremde" nicht im Außen, in der Affäre zu suchen, sondern in die Partnerschaft mehr „Fremdheit" und Distanz zu bringen. Was ist damit gemeint? Das bedeutet konkret, statt in der Partnerschaft immer nur das Gleiche zu suchen (bei manchen Paaren geht das so weit, dass sie z. B. gleiche T-Shirts, Jogginganzüge etc. tragen) auch und gerade bewusst mehr Distanz in die Partnerschaft zu bringen - auch in den ganz persönlichen und intimen Bereich. So lege ich z.Bsp. Paaren nahe, wenn es die finanziellen Möglichkeiten erlauben, sich in der gemeinsamen Wohnung oder Haus immer einen eigenen (Schlaf-) Raum einzurichten, zu dem der andere nur auf Einladung hin Zugang hat, (was immer noch völlig unüblich ist). Dazu gehört auch mit Freundinnen und Freunden etwas zu unternehmen und nicht immer mit dem Partner. Auch mal mit anderen in den Urlaub zu fahren und vor allem eigene berufliche oder auch andere Ziele nicht für den Partner aufzugeben, um nur einige wenige Beispiele dafür zu benennen. Es bedeutet auch bestimmte Themen und Intimitäten mal mit der besten Freundin, dem besten Freund zu bereden und nicht mit dem Partner. Diese Beispiele mögen genügen, um einen Eindruck zu vermitteln, was es heißt wieder mehr Distanz und „Fremdheit" in die Beziehung zu bringen. Besser man wählt dafür diesen bewussten Weg; die meisten suchen dafür unbewusst eine Möglichkeit.

Mit meinem Hintergrund als Sexual- und Paartherapeutin, vor allem aber als Tantralehrerin möchte ich hier jedoch noch einen weitergehenden Lösungsweg für den scheinbaren Widerspruch zwischen Liebe und Eros anbieten. Dieser Lösungsweg basiert auf der tantrischen Energielehre, die Sexualität als ein essentielles energetisches Beziehungsmuster in jedem von uns versteht.

Die Verschiedenheit und Polarität der Geschlechter
Die tantrische Energielehre beruht auf der Verschiedenheit und Polarität allen Lebens, die somit auch grundlegend für die Beziehungsdynamik und Sexualität von Männern und Frauen ist. Diese Polarität die ich hier an der Mann-Frau-Beziehung entfalte, gilt jedoch genauso für homosexuelle und lesbische Beziehungen. Sie kennen die Polarität genauso wie Heterosexuelle. Danach haben sowohl Männer als auch Frauen weibliche und männliche Energien, die essentiell zu ihnen gehören. Je nach Sozialisation entwickeln die einen mehr ihre weiblichen, die anderen mehr ihre männlichen Anteile und Energie, die bei den meisten Menschen an die geschlechtsspezifische Identität gebunden sind. Die sexuelle Essenz als innerste sexuelle Veranlagung hat immer eine männliche oder weibliche Ausprägung, auch wenn der gegenteilige Pol ebenfalls gleichzeitig vorhanden ist, egal ob hetero oder homosexuell orientiert.
Für unsere sexuellen Gefühle brauchen wir eine energetische Polarität, einen reizvollen Unterschied, zwischen dem maskulinen und femininen. Diese energetische Polarität brauchen wir nicht für die Liebe (denn die Liebe sucht ja das Gleiche) - wohl aber für Lust und Leidenschaft in der Sexualität. Die Liebe repräsentiert den weiblichen, rezeptiven Pol; sie gibt sich hin, sie verschmilzt, sie sucht Geborgenheit und Sicherheit. Lust und Leidenschaft ist der männliche Gegenpol, der erobern will, wild und frei sein will und so die Distanz und Fremdheit braucht. Dabei ist wichtig zu beachten, dass beide Pole, sowohl der weibliche als auch der männliche sowohl in der Frau als auch im Mann enthalten sind.

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In einer „fifty-fifty"-Beziehung, in der sich die beiden demokratisch gleich verhalten, verschwindet die sexuelle Anziehung. Die Liebe mag stark sein, das Vertrauen groß, die Kommunikation fein aber Eros, die sexuelle Anziehung ist verbannt. Die sexuelle Anziehung lebt von der Polarität des weiblichen und männlichen. Da wo diese Qualitäten ganz genommen und ausgefüllt werden, mit Leben gefüllt werden, wird auch die sexuelle Anziehung funktionieren. Es geht darum, den anderen nicht gleich machen zu wollen, sondern seine/ihre Andersartigkeit zu begrüßen und zu respektieren und die Befremdung die darin liegt, willkommen zu heißen. Es bedeutet dem anderen seinen/ihren Freiraum zu lassen, in dem Wissen dass gerade dieser Freiraum unerlässlich ist für das Begehren und die Anziehung des anderen. Das hat sowohl Auswirkungen auf das Miteinander sein als auch explizit auf das sexuelle Zusammensein.

In dem hier aufgezeigten Weg, geht es also darum, die eigene geschlechtliche Polarität kennen zu lernen und zu entfalten, die Verantwortung dafür zu übernehmen und sie ganz auszufüllen.
Diese beruht freilich darauf, dass Männer und Frauen gesellschaftlich, wirtschaftlich, politisch und religiös gleichwertig sind. Die Gleichwertigkeit der Geschlechter eliminiert jedoch nicht ihre Verschiedenheit, noch macht sie den Fehler, die Gleichwertigkeit auf die Beziehungsdynamik übertragen zu wollen, wie es die meisten Paare tun, sodass vor lauter Gleichheit die Erotik in der Beziehung verloren geht, wie oben ausgeführt. Umgekehrt darf von der Verschiedenheit der Geschlechter in Sexualität und Beziehungsdynamik auf gar keinen Fall eine geschlechtsspezifische Aufgaben-, Rollen- und Berufsverteilung abgeleitet werden.

Von der Differenz und Hierarchie zur Gleichheit und Demokratie
Noch vor 40 Jahren waren die Rollen von Mann und Frau fest vorgeschrieben und geschlechtsspezifisch getrennt. Den Männern gehörte die Welt, die sie eroberten, den Frauen die „drei K´s": Küche, Kinder, Kirche, die sie pflegten und hüteten. Gleichzeitig war damit ein hierarchisches Beziehungsgefüge verknüpft. Darin kontrollierten die Männer ihre Frauen durch Dominanz und Drohgebärden, sowohl wirtschaftlich als auch körperlich; die Frauen manipulierten ihre Männer durch emotionale und sexuelle Streicheleinheiten oder sexuellen Entzug.
Dann vor ca. 38 Jahren mit Beginn der Studentenbewegung und gleichzeitiger Frauenbewegung begann eine Phase, in der die geschlechtsspezifischen Rollen aufgeweicht wurden und sowohl Männer als auch Frauen ihre männlichen und weiblichen Energien auszugleichen suchten. „Fifty-Fifty" war das neue Dogma der Gleichheit. Die Männer begannen in dieser Zeit ihre Haare lang wachsen zu lassen, femininere Kleidung zu tragen und suchten mit Musik und Drogen einen sorgenfreien, lockereren und sinnlicheren Lebensstil zu entwickeln. Die Frauen taten zu dieser Zeit eher das Gegenteil. Sie verstärkten ihren männlichen Anteil in Bezug auf ihre Charaktereigenschaften, ihre Durchsetzungs- und Entscheidungskraft und entwickelten klare gesellschaftliche und politische Visionen. Frauen erlangten politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit. Auch wenn dies heute noch nicht im vollen Umfang erreicht ist, verfolgten Frauen doch ihre berufliche Karriere, erwarben mehr Titel und Auszeichnungen und lernten ihre Bedürfnisse und Ziele mit Nachdruck zu vertreten. Auch wenn einige einwenden, dass es immer noch Unterschiede gibt, ist doch die Veränderung zu den letzten 50 Jahren sehr deutlich sichtbar. In dieser „Angleichungsphase", die m.E. nach unserer Erfahrung immer noch anhält, träumen sowohl Männer als auch Frauen von dem „androgynen" Menschen, der halb Mann, halb Frau ist (nach einem alten Mythos, den C.G. Jung publik gemacht hat).

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Führung, Verantwortung und Hingabe
Wir plädieren hier für einen anderen Weg: die Betonung und das Spiel mit den Polaritäten zwischen Mann und Frau. Dieser Weg scheint uns nicht nur spielerischer und wesentlich spannender, er scheint uns auch Erfolg versprechender für Eros und Sexualität. Für die Beziehung bedeutet das im Konkreten, dass beide Beziehungspartner lernen, sowohl Führung zu übernehmen als auch sich der Führung des anderen hinzugeben. Wenn z. Bsp. An einem gemeinsamen freien Tag der Mann seine Partnerin damit überrascht, dass er ein besonderes „Ausflugsziel" ausgesucht hat und sie mit den Worten einlädt: Lass dich überraschen und verführen. Entspanne, es ist für alles gesorgt. Welche Frau würde sich dann nicht genussvoll in den Autositz zurücklehnen oder sich voller Begeisterung aufs Fahrrad schwingen. Nichts ist so „abtörnend" als stundenlanges Diskutieren, was man mit dem Tag gemeinsam anfängt. Oder die Frau kreiert einen „lauschigen" Abend für sich und ihren Liebsten und hilft ihm, mit einer Massage zu entspannen und in den Körper zu kommen.
Wenn wir beginnen, sowohl die männliche Polarität der Führung, Entscheidung und Verantwortung als auch die weibliche Polarität der Hingabe, Empathie und des Loslassens zu entwickeln, können wir in den verschiedenen Situationen im Alltag sie ganz ausfüllen und darin mit dem Partner kommunizieren. Optimaler Weise haben beide Beziehungspartner beide Polaritäten in sich entwickelt und können je nach Situation damit spielen. Dann hört augenblicklich das Patt in der Gleichheit auf. Das Patt, das darin besteht, dass niemand Führung übernehmen will und sich auch niemand hingeben will. In der Gleichheit scheuen sich meistens beide davor Verantwortung zu übernehmen. Die Polarität anzuerkennen und bewusst zu leben beendet sofort jedes Patt in der Beziehung und den Machtkampf.

Sexualität im Magnetfeld der weiblichen und männlichen Polaritäten
In der Sexualität funktioniert das genau so. Nach tantrischem Verständnis repräsentiert der Mann den Positiven Pol, die Frau den negativen Pol. (Die Begriffe sind nicht wertend zu verstehen.) Interessanter Weise spiegelt sich dies sehr anschaulich in den männlichen und weiblichen Genitalien. Die Frau ist danach in ihrer Vagina negativ, sie führt nach innen und ist aufnehmend, rezeptiv, während der Mann in seinem Penis positiv ist; er sticht aus dem Körper vor und gibt etwas ab. Sowohl Mann als auch Frau haben jedoch den komplementären Pol in sich. Die Frau hat ihren positiven Pol am Herzen/Busen, die hervorstehen und etwas abgeben; der Mann hat am Herzen seinen negativen und rezeptiven Pol. Zwischen positivem und negativem Pol entsteht ein Magnetfeld, in dem die sexuelle Energie zirkuliert. Somit sind beide erst einmal voneinander unabhängig und haben das Potential in sich, Energie, sexuelle Energie autonom aufzubauen und im Körper in Umlauf zu bringen. Beide haben so auch die Anlagen, sowohl in die weiblichen Qualitäten der Hingabe und des Loslassen zu gehen als auch in die männlichen der Führung und Dominanz. Während der sexuellen Vereinigung, bei der sich beide ihrer eigenen Pole bewusst sind und diese auch bewusst leben, entsteht ein kraftvolles magnetisches Feld zwischen den beiden, da der jeweilige positive mit dem negativen Pol von Mann und Frau zusammen kommen. So wird der Stromkreis der sexuellen Energie geschlossen. Je bewusster aber beide im Liebesspiel den positiven und negativen Pol leben und ausdrücken, umso mehr Spannung, Begehren und Energie entsteht. So kann jedes sexuelle Zusammensein zu einem starken energetischen Erlebnis und Austausch werden.

Damit soll deutlich werden, dass das Spannungsfeld der sexuellen Anziehung zwischen Mann und Frau ganz natürlich erst einmal da ist. Je bewusster wir die Polaritäten in uns entwickeln und im Miteinander - auch dem sexuellen - zum Ausdruck bringen, um so stärker wird das Spannungsfeld zwischen den Partner aufgebaut, Eros kann sich entfalten und die Sexualität bleibt frisch und lebendig. Für Paare bieten wir professionelle und kompetente Beratung und Coaching sowie unsere speziellen Paarseminare zu diesen Themen an.

Leila Bust