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intimEva begrüßt ihren Mann mit einer neuen Frisur und einem sexy Outfit an diesem Abend: sie hat sich ein eng anliegendes schwarzes Kleid gekauft, was ihre Figur betont und den Busen dezent ins Auge fallen lässt. Darunter keinen BH und einen schwarzen erotischen Slip. Schon beim Schminken und Auftragen eines verführerischen Parfüms kommen ihr lustvolle Erinnerungen an erotische Begegnungen mit Markus und eine leichte Erregung steigt in ihr auf. Ja, sie möchte sich wieder begehrt fühlen, seinen Blick auf sich spüren, verführt und genommen werden von ihrem Mann. Sie hat Lust auf Markus, den sie nach 13 Jahren Ehe immer noch liebt.

Auch ihr Mann liebt sie, davon ist Eva überzeugt - doch vermisst sie, dass Markus ihr das so gar nicht mehr zeigt. Auch heute Abend murmelt er lediglich einen kurzen Gruß in seinen Bart, gibt ihr einen flüchtigen Kuss auf die Wange und drückt sich an Eva vorbei, ohne ihr weitere Aufmerksamkeit zu schenken. Resigniert versteckt sie sich hinter ihrer Zeitschrift, um sich ihre Enttäuschung nicht anmerken zu lassen. Doch die ist groß. Denn schon lange vermisst sie den Verliebtheitsglanz in seinen Augen und seinen Blick, der bewundernd auf ihr liegen bleibt. Schon viel zu lang liegen seine Hände ruhig gefaltet unter der Bettdecke, statt sie begehrlich zu berühren. Und dabei waren sie doch lange Zeit so verliebt und konnten nicht genug voneinander kriegen. Wann sich das verändert hat, erinnert sich Eva nicht mehr genau – es war eher ein schleichender Prozess.

Wie Eva geht es einigen Frauen als auch Männern, die in längeren verbindlichen Partnerschaften leben und die oftmals ratlos erleben, wie die Lust und Leidenschaft unter der Routine des Lebensalltags immer mehr verloren geht.

Abenteuer und Sicherheit, Freiheit und Bindung, aufregenden Sex und Treue. Wir suchen, was eigentlich nicht zusammenpasst. Und ringen oft schwer, um dieses Dilemma zu lösen.

Am Anfang ist Eros

Zu Beginn einer Beziehung, im Hooneymoon sind Lust und Leidenschaft auf den Partner allgegenwärtig. Beide suchen die Nähe des anderen und sind beseelt von dem Wunsch beim anderen zu sein. Eros, das Feuer der Leidenschaft brennt für den anderen, begehrt ihn und sucht ihn für sich zu gewinnen. Der Adrenalinspiegel erhöht sich enorm, beflügelt von der Aufregung und Neugierde auf das noch unbekannte Gegenüber.

Wir wollen den anderen kennen lernen, ihn erforschen, erobern und uns selbst dabei erfahren im Spiel der verschiedenen Kräfte von Mann und Frau, im Spannungsfeld der Sexualität. Wenn wir uns verlieben produziert unser Körper einen hervorragenden Cocktail aus körpereigenen Hormonen, die als eine Art Aufputschmittel in uns Hochgefühle auslösen und Schmetterlinge im Bauch fliegen lassen. Durch sie wird unsere Aufmerksamkeit auf den Partner erhöht und unser sexuelles Verlangen gesteigert.

Beim Sex wiederum bilden sich Hormone wie u.a. Oxytocin, das für Liebe und Bindung verantwortlich ist. Je stärker die Liebe und vertrauter die beiden werden und tiefe Bindung entsteht, umso mehr tritt Eros jedoch zurück.

Im Spannungsfeld männlicher und weiblicher Polarität

Eros ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Sexualität und lebt von der Fremdheit und von der Distanz. Ohne Distanz gibt es keine Anziehung. Das magnetische Feld der Anziehung entsteht durch die Verschiedenheit und Fremdheit der männlichen und weiblichen Polarität. Alle natürlichen Erscheinungen auf dieser Erde existieren im magnetischen Spannungsfeld zweier Pole. Der Nord und Südpol der Erde schaffen ein riesiges magnetisches Kraftfeld, der positive und negative Pol in der Steckdose ermöglichen den elektrischen Stromkreislauf.

Auf dieselbe Weise besteht ein starkes sexuelles Magnetfeld zwischen dem maskulinen und femininen Pol - starke sexuelle Gefühle zwischen Mann und Frau. Mal steigt die Spannung, wenn die Geliebten eine Weile getrennt sind, dann wieder sinkt die Spannung im vertrauten Miteinander von Liebe und Intimität. In diesem Spiel von Nähe und Distanz bleibt die magnetische Spannung, die sexuelle Anziehung, erhalten.

Kommt der maskuline Pol mit dem femininen eng zusammen oder verschmelzen sie gar miteinander, wird die magnetische Spannung neutralisiert. Diese physikalische Gesetzmäßigkeit finden wir ebenfalls in unseren Beziehungen vor. Je mehr die Fremdheit zugunsten der Vertrautheit weicht, die Distanz von Nähe und Gemeinsamkeit abgelöst wird, geht die sexuelle Anziehung zwischen Mann und Frau zurück und die Sexualität verabschiedet sich zunehmend aus der Partnerschaft, während die Liebe durchaus weiter wächst. Denn stabile Partnerschaften beruhen auf Nähe, Vertrautheit, Verlässlichkeit, Berechenbarkeit und Gleichheit.

Die Liebe sucht das Gleiche, die Symbiose, die Intimität. Je mehr Gemeinsamkeit das Paar miteinander teilt, um so mehr fühlen sich beide vom anderen gesehen und bestätigt. In der gegenseitigen Liebe und Bestätigung durch den Partner fühlen sie sich erhaben und stark. Diese tollen Hochgefühle sollen andauern und nicht mehr aufhören. Das Paar entwickelt gemeinsame Rituale, Gewohnheiten, Verbindlichkeiten und Regeln, die helfen sollen, die Liebe verlässlich zu machen. Auf diese Weise beginnen beide, die Liebe abzusichern – und geben dafür einen Teil ihrer Freiheit auf.

Sie freuen sich über Behaglichkeit und Verlässlichkeit. So könnte es immer weiter gehen, würde sich nicht schleichend und unbemerkt wie ein Virus, die eheliche Routine und Langeweile ausbreiten. Denn die beiden haben dabei übersehen, dass die Hochgefühle in der Verliebtheit ihrer Beziehung gerade mit einem gewissen Maß an Unsicherheit verbunden waren und die Schmetterlinge im Bauch durch das Risiko, sich auf den Unbekannten einzulassen, hervorgerufen wurden.

Diese Unsicherheit, das Unbekannte wird jedoch jetzt in der Beziehung verbannt, Spontaneität ist nicht mehr angesagt und Überraschungen werden zur Mangelware. In allen langandauernden Beziehungen macht sich diese Entwicklung bemerkbar, weil in ihnen Planung dem Unvorhersehbaren, die Gewohnheit dem Risiko vorgezogen wird. Wir neigen dazu, unsere Ängste, den anderen zu verlieren und wieder allein zu sein, mit Kontrollversuchen zu besänftigen und fühlen uns sicher, wenn der andere stets an unserer Seite und unserer Meinung ist. Wir gehen Kompromisse ein, passen uns an und suchen den gemeinsamen Nenner, der immer ein „kleinster Nenner“ ist.

In dem Bemühen alles Befremdliche und Risikobehaftete aus der Beziehung zu verbannen, gehen Lust und Leidenschaft abhanden.

Im romantischen Liebeshafen festgefahren

Dies berichten viele moderne Paare, die über viele Jahre zusammenleben und miteinander sehr vertraut geworden sind. Es ist eines der bedeutendsten Themen in der Paartherapie, dass Paare im Laufe ihres Zusammenlebens immer weniger Sex haben obwohl sie sich lieben, der gemeinsame Alltag harmonisch bewältigt wird und sie gut miteinander kommunizieren. Viele Paare bleiben aus diesem Grund zusammen und verlassen nicht den sicheren Hafen, indem sie verankert sind. Die gewonnene Vertrautheit, die soziale und emotionale Sicherheit, die gemeinsamen Kinder, die aus ihrer Liebe hervorgegangen sind und die sie weiter zusammen begleiten wollen stehen als Motive im Vordergrund, wenn Paare zusammenbleiben, obwohl die lebendige Erotik und Sexualität schmerzlich vermisst wird.

Sexualität aber ist noch immer die Kraft, die uns als Liebespaare zusammenführt und auch zusammen hält.  Wir sind von Geburt an sexuelle Wesen und die Eigenschaft der Sexualität ist, dass sie nach außen drängt und sich mit einem anderen Menschen verbinden will. Findet sie in der Partnerschaft keinen adäquaten Ausdruck, sucht sie sich einen Weg außerhalb und geht fremd. Oder aber die beiden trocknen innerlich aus. Für viele scheint dies ein unlösbares Dilemma.

Wir alle haben ein Grundbedürfnis nach sozialer und emotionaler Sicherheit, nach Nähe und Geborgenheit, nach einem Zuhause. Deshalb gehen wir auch heute noch verbindliche Partnerschaften ein. Denn während früher die Ehe als eine Einrichtung zur sozialen und finanziellen Sicherheit vor allem für die Frauen galt, ist sie heute eine Herzensangelegenheit. Der Wunsch nach Intimität und Nähe, Vertrautheit und Miteinander führt uns heute in die verbindliche  Paarbeziehung, in der dann oftmals die beiden Beziehungspartner zu einer Symbiose verschmelzen. Wir wollen ihn von Grund auf kennen, alles mit dem anderen teilen. Nichts Trennendes soll zwischen uns stehen – auch keine Geheimnisse. Wir sorgen und kümmern uns um den anderen, denn wir fühlen uns für sein Glück verantwortlich. So gibt es gemeinsame Projekte wie Hausbau, Kinder, gemeinsamer Urlaub, gemeinsame Hobbys, gemeinsame Philosophie, Glauben etc.

Manchmal geht das so weit, dass sich eigene Wünsche und Träume, die den Partner dabei ausschließen, nicht einmal mehr eingestanden werden. So wird das symbiotische Band immer enger, bis einem der Beziehungspartner die Luft zum Atmen wegbleibt  und die sexuelle Lust auf den andern immer mehr verkümmert.

Die Partnerschaft, die immer deutlichere symbiotische Züge erhält, gerät damit erheblich in Schieflage, wenn nur gelebt wird, was der Nähe dient und alles Befremdliche ausgegrenzt wird. Denn so wie wir uns Liebe, Nähe und Intimität wünschen, haben wir auch ein nicht minder starkes Bedürfnis nach Abenteuer und fremden Reizen. Wir sind neugierig und gehen auch gern auf Entdeckungsreise. Wir benötigen auch die Distanz, die uns den anderen aus einer neuen Perspektive wieder neu sehen lässt.

Unsere romantischen Vorstellungen von Liebe und Partnerschaft, die medienwirksam verbreitet werden, verhindern, dass wir einen aufgeklärten und bewussten Umgang mit diesen Polen in Beziehung finden und damit auch zu glücklichen und erfüllten Beziehungen.

Geheimnis und Offenheit

Sexuelle Lust und Leidenschaft lebt von dem Unbekannten und Geheimnisvollen. Die Erotik liebt die Abwechslung und das Unberechenbare - Wiederholungen und Gewohnheiten bringen das Feuer zum Erlischen. Sie möchte unabhängig von Kontrolle und Sicherheit gelebt werden und lässt sich nicht einzwängen.

Natürlich braucht jeder ein gewisses Maß an Geborgenheit und Verlässlichkeit, denn sie gibt emotionale Sicherheit, die für unser Wohlbefinden wichtig ist. Gewinnt die Sicherheit und Stabilität in der Beziehung jedoch Vorrang ziehen sich Lust und Leidenschaft zurück. Das womit wir unsere Beziehungen fördern und stützen wollen: absolute Offenheit, Verständnis und Gleichheit fördert nicht unbedingt den leidenschaftlichen Sex.

Wenn also die beiden Beziehungspartner alles ganz offen miteinander bereden, sie sich ihre Geheimnisse erzählen, fördert das erst einmal das freundschaftliche, vertraute Band zwischen ihnen, nicht aber die Erotik. Gibt es beim anderen nichts Geheimnisvolles, Unberechenbares und Unbekanntes mehr, was entdeckt werden will, so langweilt sich Eros. Dann wird der Gegenüber zum „besten Freund“ statt zum leidenschaftlichen Liebhaber.

Gleichberechtigung versus Erotik

Dass sich heute die Sexualität für einige Paare als  sehr schwierig erweist, hat letztlich auch mit Rollenkonfusion und Verunsicherungen in der Identität von Frau und Mann zu tun, für die der Feminismus und Emanzipationsbewegung verantwortlich sind. Denn ein großer Irrtum von vielen heute ist, dass sie die Errungenschaften des Feminismus eins zu eins auf die Sexualität übertragen.

Gleichheit, Demokratie, Konsensbildung, Toleranz sind erhabene Werte, auf die heute niemand mehr verzichten will. Werden sie jedoch wortwörtlich ins Schlafzimmer übertragen, hat das ziemlich langweiligen Sex zur Folge. Eros ist kein Demokrat und die sexuellen Rollen im Liebesspiel sind nicht gleichberechtigt! Wird der gesellschaftliche Egalitarismus buchstabengetreu auf die Liebesbeziehung von Mann und Frau übertragen wird diese ent-erotisiert und neutralisiert; aus dem Liebespaar werden „Brüderchen und Schwesterchen“, die sich lieb an den Händen halten oder zwei Konkurrenten, die miteinander diskutieren, wann, wo und in welcher Position der Sex stattfinden soll.

Erotik und Sexualität ja selbst die Liebe untersteht anderen Regeln als eine politisch korrekte feministische Gesinnung, die mit ihrem Gleichheitsanspruch jede Erotik, jedes lodernde Feuer zwischen Frau und Mann erlischt. Es steht außer Frage, dass der Feminismus folgenreiche Verbesserungen in allen Lebensbereichen für die Frauen erwirkt hat. Ohne die ökonomische Unabhängigkeit und gesellschaftliche Gleichstellung gäbe es auch keine emanzipierte sexuelle Freiheit für die Frauen. Diese historisch durchgreifenden Errungenschaften, die für uns heute so selbstverständlich sind, gilt es zu würdigen. Jedoch zeigen sich heute auch die sicherlich unbeabsichtigten negativen Folgen, die die Fokussierung der Gleichberechtigung auf das Frau-Mann-Verhältnis haben.

Feminine Männer und maskuline Frauen

Frauen wie Männer sind zunehmend verunsichert in ihrer eigenen Identität und ihrem Rollenverhalten. Der vehemente Kampf, der gegen weibliche Abhängigkeit und Opfertum geführt wurde, hat bei Frauen dazu geführt, dass sie den Kontakt zu ihren weiblichen Qualitäten der Hingabe und des sich-fallen Lassens verloren haben.

Die rigorose Ablehnung von männlicher Dominanz und Aggression haben den Mann kastriert und ihn seiner männlichen Kraft und Würde beraubt. Dies zeigt sich in Symptomen der Verweichlichung, wenn er die Herausforderungen in der Beziehung als lastenden Druck empfindet, Konflikten nicht standhält und aus dem Weg geht und mit seiner Beflissenheit, es der Frau immer Recht zu machen, den Zugang zum eigenen Willen und seiner phallischen Kraft verliert. Sein unterwürfiges Verhalten lässt fast ein Unterlegenheitsgefühl gegenüber der Frau vermuten und eine Angst, ihr nahe zu kommen.

Das ist die Klage vieler Frauen, die sich in der alleinigen Bewältigung der alltäglichen Anforderungen überlastet fühlen und die Unterstützung eines Mannes an ihrer Seite vermissen. Immer wieder höre ich von Frauen: „Die Männer trauen sich doch gar nicht mehr uns anzusprechen. Sie stehen da, gucken und halten sich an ihrem Bierglas fest. Ich bin offen und versuche zu flirten, aber die Männer reagieren gar nicht oder sind verschreckt“.

In der Angleichung der Geschlechter ist der Mann feminisiert worden und hat dabei seine ureigene maskuline Feuer-Energie zunehmend eingebüßt. Er ist zum „Nice guy“ geworden: ein sanftmütiger Mann, der darauf bedacht ist, es seiner Frau immer und überall recht zu machen: er überlässt der Frau die Entscheidungen, hängt sich an ihre Unternehmungen dran, hütet die Kinder, kauft ein und gießt die Blumen. Doch als Liebhaber scheitert er, denn ihm fehlt der Mut, eine Frau anzusprechen und zu begeistern, ihm fehlt die Kraft, sie zu überwältigen.

Das Maskuline hat sich in ihm hinter dem Femininen zurückgezogen und kommt nicht mehr zum Ausdruck. Die maskuline Energie will doch gerade Unbekanntes entdecken und erobern, liebt das Abenteuer und den Wettkampf, das Risiko und die Herausforderung. Das Maskuline liebt es, den weiblichen Pol zu begeistern, mitzureißen und zu erobern. Je mehr die Frau darauf eingeht, mitspielt, sich ihm hingibt, umso mehr wird das maskuline Feuer gestärkt. Die Frau wünscht sich zutiefst nichts anderes, weil das ihrer femininen Essenz entspricht. Sie möchte gesehen und in ihrem Wesen erkannt werden, möchte begeistert und erobert werden. Gerade weil sie heute durch die beruflichen Anforderungen sehr stark ihre maskuline Energie lebt, hat sie das Bedürfnis, sich in Liebe und Sexualität fallen lassen zu können.

In unseren Single - Seminaren machen wir zu Beginn eine einfache Übung. Während die Frau mit geschlossenen Augen auf dem Rücken liegt tritt ein Mann hinter sie, richtet sie behutsam auf und hält sie eine ganz lange Weile in seinen Armen. Die Frau ist dabei eingeladen, einfach nur zu entspannen und sich innerlich immer tiefer in seine Arme fallen zu lassen. Es braucht oft eine gewisse Zeit, bis die Frau sich für die Art des Kontaktes ganz öffnen und hingeben kann. Gelingt ihr dies, ist sie tief berührt und findet einen tiefen Kontakt zu ihrer weiblichen Energie.

So simpel die Übung ist, ist sie für viele Frauen eine der wichtigsten Erfahrungen im Seminar, auf die sie viel zu lange schon verzichten musste. Sich in die Arme eines Mannes sinken lassen zu können, von ihm gehalten, den Rücken gestärkt zu bekommen, ist die tief verborgene Sehnsucht vieler Frauen, die in ihrem Alltag viel zu sehr ihren „Mann“ stehen müssen, als dass sie Frau sein können.

Die Lust am andern

Viele Frauen haben heute große Probleme sich ihrem Bedürfnis nach Hingabe einzugestehen, denn sie geraten in Verdacht, damit das Erbe der Frauenbewegung zu verraten. Doch sexuelle Liebe ist nicht immer politisch korrekt. Im Gegenteil: je kontrastreicher die Positionen der Sexualpartner sind, umso mehr Spannung entsteht.

Die Lust lebt von dem Spiel mit ungleichen Rollen und den entgegen gesetzten Qualitäten von Eroberung und Hingabe, Führung und Vertrauen. Die weibliche Lust sucht Hingabe in der Liebe. Sie will sich mitnehmen lassen von dem Einfallsreichtum des Mannes, will sich begeistern lassen von seiner phallischen Präsenz, von ihm erobert und genommen werden. Lässt der Mann sich von der Offenheit ihres femininen Herzens und ihrem Vertrauen in ihn berühren, kann die sexuelle Energie zwischen den beiden stark fließen.

Die Angst der Frau vor der phallischen Energie kann sich hier in Neugierde, Faszination und Wertschätzung verwandeln; die Angst des Mannes vom Weiblichen verschlungen zu werden, in pure Kraft, Stolz und Würde. Das sexuelle Liebesspiel ist wie ein Tanz, in dem das Maskuline führt und das Weibliche mitgeht. Das Maskuline und das Feminine sind dabei zwei gleichwertige  Qualitäten, die sich gegenseitig bedingen und den gemeinsamen Tanz zur Ekstase vorantreiben.

Beide begegnen sich dabei auf Augenhöhe und sind innerlich frei, ihren Part für das Gelingen des gemeinsamen Tanzes beizutragen. Es gibt dabei kein besser oder schlechter, kein größer oder geringer. Der Machtkampf der Geschlechter hat hier ausgedient, denn beide haben verstanden, dass sie innerlich frei sind. Dies kann nur gelingen, wenn die Frau ihre weibliche Energie vollkommen bejaht und genießt; der Mann seine maskuline. Dafür ist eine Voraussetzung für die Frau, dass sie Hingabe nicht mit Unterwerfung verwechselt. Hingabe ist die weibliche Essenz in Freiheit, Unterwerfung die unterdrückte Form aus Angst.

Die Lust liebt durchaus gewisse Machtspiele, baut sich auf durch gebieterische Forderungen, verführerischer Dominanz und der Bereitschaft, sich auszuliefern. Wer das kategorisch ablehnt, verkennt den Charakter von Erotik und Lust und ist noch in der alten Opfer-Täter-Geschichte verhaftet. Dahinter verbirgt sich oftmals die Angst der Frau, im sensiblen Bereich von Liebe und Sexualität (wieder einmal) verletzt zu werden. Vor allem aber ist sie gefangen in dem alten Opfergefühl, das es ihr nicht erlaubt, sich hinzugeben und ganz zu schenken.

Der Mann hält sein kostbarstes Gut, das er zu geben hat, seine männliche Kraft und Dominanz ebenfalls zurück. Beide verweigern sich damit, sich in ihrer ursprünglichen Energie dem andern zu schenken, und vermeiden so ihr Liebesglück.

Der Lebensfluss, der aus dem Tanz der Polaritäten entsteht, versiegt: die Männer leiden unter Erektionsstörungen, die Frauen unter Orgasmusproblemen.  Da die sexuellen Störungen die Liebe und den Sex erheblich belasten und einschränken, ziehen sich beide immer mehr ganz aus der Sexualität zurück. Sie wollen sich nicht permanent der Frustration und Scham, die damit verbunden ist, aussetzen und verzichten dann lieber ganz darauf. Der Gleichheitswahn der Emanzipation hat die Lust besiegt.

Wollen Frauen und Männer heute wieder mehr Liebe und Erotik in ihrem Leben erfahren, müssen sie Liebe und Sexualität von der Idee des Unisex befreien, indem sie ihre eigene maskuline und feminine Energie wieder für sich entdecken. Die Freude am eigenen Frausein bzw. Mannsein kreiert eine Ausstrahlung, von der sich der andere angezogen fühlt.

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