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strandherzWer kennt das nicht: in der Beziehung ist wieder mal Streit, schlechte Stimmung, das bekannte Drama. Die Version 9.9 desselben Konflikts und beide wissen, dass jede weitere Diskussion sinnlos ist und zu keiner Lösung führen wird. Eine Trennung steht als Lösungsmöglichkeit greifbar im Raum, aber es gibt tief innen eine Liebe, die bislang noch stärker ist.

Oder ist es einfach nur Bequemlichkeit und die Angst vor den Konsequenzen?

Für viele stellt sich an dieser Stelle, oder auch nach einer schmerzhaften Trennung, die Frage nach dem Sinn von Liebesbeziehungen. Warum sein Herz für jemanden öffnen, wenn man letztendlich doch wieder verletzt und enttäuscht wird? Wäre es nicht einfacher unverbindliche Begegnungen oder eine auf Sex beschränkte Affäre zu leben?

Warum haben wir solche Angst vor Intimität?

Intimität konfrontiert uns mit der Angst vor Zurückweisung und Verlust oder Vereinnahmung. Erst wenn ich Nähe zulasse, werde ich mit meiner Angst vor dem Alleinsein konfrontiert. Intime Beziehungen sind größte Chancen und Heilungspotenzial, um die Verletzungen zu heilen, welche unseren Ängsten zugrunde liegen. Intimität und Nähe aktivieren immer die alten Wunden und die alten Kompensationsstrategien, weil diese geheilt werden wollen.

Sich zu öffnen für die Liebe bedeutet sich der Angst zu stellen überrannt, missbraucht, allein gelassen oder ausgenutzt zu werden. Diese Ängste tragen wir alle in uns, weil wir diese Erfahrungen als Kinder gemacht haben. Diese alten Erfahrungen und Ängste werden dann wieder aktiviert, wenn wir mit einem Menschen eine intime und verbindliche Liebesbeziehung eingehen.

Die Strategien des Inneren Kindes

Warum kann ein Kind nicht „Nein“ sagen und sich abgrenzen?

Für das Kind ist die Liebe der Eltern existentiell - Selbstachtung aber ist Luxus. Es ist abhängig von der Liebe der Eltern und würde alles tun, um ihre Liebe nicht zu verlieren. In der Nähe und Intimität einer Liebesbeziehung werden die alten Strategien des inneren Kindes, die wir im Elternhaus gelernt haben unbewusst aktiviert.

Das innere Kind hat nach dem Vorbild der Eltern gespeichert wie es sich verhalten muss, um geliebt zu werden. Dabei handelt es aber oft aus der Wunde von Beschämung, Schuld, Angst oder Schock heraus. Unbewusst wollen wir diese alten, verletzenden Erfahrungen heilen und kreieren uns ähnliche Situationen wie damals, um sie noch einmal zu erleben und heute in anderer Form reagieren zu können.

Das ist ein Weg, um sich von alten Mustern zu befreien. Wir hoffen, dass wir heute bewusster und stärker als damals sind, um uns anders zu verhalten oder aber hoffen, dass der Partner sich heute anders verhält als Mutter oder Vater damals. Eine Liebesbeziehung bedeutet die Hoffnung des inneren Kindes auf Heilung durch die Liebe des Partners. Deshalb fühlen wir uns am stärksten zu dem Partner hingezogen, der die größte Provokation (und auch Faszination zu Beginn) darstellt und damit Chance zur Heilung und Integration alter Verletzungen bietet.

Der Stoff aus dem Leben wächst

Jedes Kind, das auf die Welt kommt, ist ein Wesen in dem die Liebesenergie noch ungehindert und ungefiltert fließt. Jedes Kind ist ein Individuum und braucht daher eine für sich angemessene und nährende Zuwendung. Kinder ernähren sich vor allem von dem Stoff, von dem wir alle nie genug kriegen können, und das ist Liebe.

Die Liebe des Kindes richtet sich zunächst auf die Eltern und sucht die Beantwortung seiner Liebe durch Mutter und Vater. In der Spiegelung der Elternliebe entwickelt das junge Lebewesen sein Grundvertrauen in das Leben und die Menschen. So wie die Mutter das Kind annimmt, fühlt es sich vom Leben angenommen und findet seinen Sinn darin, unabhängig von dem was es ist und leistet. In dem Maße, wie der Vater für das Kind körperlich und emotional präsent ist, entwickelt es Selbstbewusstsein und Selbstwertschätzung.

Für ein Kind ist es nicht beliebig sondern existentiell wichtig, dass es von den Eltern gesehen und geliebt wird – und das nicht partiell sondern in seinem ganzen Wesen.

Verletzende Erfahrungen eines Kindes

Niemand von uns hatte jedoch vollkomme Eltern. Trotz ihrer guten Absichten waren auch sie Kinder ihrer eigenen Biografie und in ihrer Liebesfähigkeit eingeschränkt oder verzerrt. So erlebt ein Mensch bereits in seiner Kindheit Verletzungen in der Liebe mit weitreichenden Folgen bis in die späteren Beziehungen hinein. Hierbei können wir die begrenzte Liebe der Eltern in einige grundlegende Verhaltensweisen unterteilen, woraus wiederum bestimmte Strategien des Kindes resultieren, die diese kompensieren will. Mit diesen Strategien, die ein Kind ein Leben lang bewahren wird und die wie zur zweiten Haut werden, verfolgt es nur ein Ziel: von ganzen Herzen geliebt zu werden und in seinem Wesen anerkannt und wertgeschätzt zu werden.

1. Bei Missachtung und Ignoranz der kindlichen Bedürfnisse macht das Kind dicht und kapselt sich ein

Je ungestörter sich ein Kind in der körperlichen und emotionalen Zuwendung und dem Schutz der Eltern entwickeln darf, umso kräftiger wächst es heran und umso mehr wird sich in ihm von dem verwirklichen, was von Natur aus in ihm angelegt ist, was wir seine Essenz nennen. Darf sich die natürliche Essenz eines Kindes ungestört entfalten, wird sie auch später stabil und kraftvoll das Leben und die Beziehungen gestalten.

Dieser natürliche innerpsychische Wachstumsprozess wird jedoch gestört, wenn Eltern zu stark eingreifen weil sie ihre Vorstellungen und Pläne dem Kind überstülpen. Sie meinen, sie müssen das Kind ständig fördern, anregen und schulen – und das schon während der Schwangerschaft und im Säuglingsalter. Sie meinen, sie müssten das Kind in eine bestimmte Richtung erziehen, statt ihm den Raum zu geben, auf seine Weise das Leben zu begreifen und sich zu entwickeln.

Durch das Missverständnis der Eltern und ihre Ignoranz wird das kindliche Bedürfnis nach Muße und Verweilen missachtet. Der Raum des Kindes ignoriert statt geschützt. Wenn das geschieht macht das Kind aus eigenem Schutz innerlich „dicht“, wird abweisend und verschlossen. Im Beziehungsleben äußert sich dies in einem starken Abgrenzungsbedürfnis, einer Verschlossenheit gegenüber dem Partner. Das, was einen innerlich bewegt Gedanken, Gefühle können nur schwer oder gar nicht kommuniziert werden; der andere wird aufgrund der Angst vor Einmischung dem eigenen Seelenleben ausgegrenzt. Dieser Erwachsene kann sogar so „zu“ sein, dass er später Kontaktprobleme hat und sehr allein ist.

2. Druck und Erwartung seitens der Eltern erzeugt Angepasstheit und Leistungsdruck

Dies kann ganz direkt durch verbale Befehle wie „du sollst“, „du musst“  ausgelöst werden, mit dem ein Kind übermäßig oft bombadiert wird. Häufiger wird die Erwartungshaltung jedoch subtil vermittelt, z.B. durch eine perfekte Mutter, die nur das allerbeste will für ihr Kind.

Diese Mutter ist über alle wichtigen Informationen, die das Kind betreffen, bestens im Bilde. Sie weiß alles über Ernährung, Gesundheit, pädagogisch wertvolles Spielzeug und fördert ihr Kind im musischen, sportlichen oder anderen kreativen Möglichkeiten. Oder der Vater bietet dem Kind ein hohes Maß an Identifikation durch Erfolg. Er ist vielleicht ein erfolgreicher Geschäftsmann, unterhält vielfältige interessante Kontakte oder spielt in der Öffentlichkeit eine wichtige Rolle. Der Vater ist sein Idol, dessen Aufmerksamkeit es per Nachahmung erreichen will.

Die Grundüberzeugung, die sich ein Kind bei diesem elterlichen Verhalten bilden könnte, lautet: wenn ich so strebsam und erfolgreich bin wie Papa oder Mama werde ich geliebt und anerkannt. Diese Überzeugung führt das Kind zu einer starken Anpassung und Leistungsanforderung an sich selbst oder auch an andere. Auch die Liebesbeziehung und Partnerschaft ist davon betroffen. Hier wird einerseits Liebe mit dem Erbringen von Leistung verstanden; andererseits findet eine starke Außenorientiertheit an den andern statt. „Mach ich alles richtig“, ist dann die Frage, die mit in die Partnerschaft hineingetragen wird. Dieser Selbstzweifel, der immer wieder die Bestätigung und Anerkennung vom andern sucht, zermürbt auf Dauer jede Partnerschaft.

3. Ablehnung und Verlassen werden erschafft Bedürftigkeit und Klammern

Manche Eltern haben es schwer eine Bindung zu dem Kind aufzubauen, wenn das Kind ungeplant ist aber dennoch ausgetragen wird. Es fällt dann unter Umständen schwer eine körperliche und emotionale Zuwendung aufzubauen, die das Kind benötigt, wenn das Bedürfnis der Erwachsenen nach Unabhängigkeit mit familiären Plänen kollidiert.

Auch Krankenhausaufenthalte beim Kind oder der Mutter nach der Geburt und in den ersten Lebensmonaten und Jahren können beim Kind ein Gefühl der Ablehnung oder Verlassenheit hervorrufen. Liebe ist für ein Säugling nichts Abstraktes, sondern immer ein körperliches Erleben. Durch liebevolles Berühren, Halten und Streicheln des Kleinkindes fühlt es sich geliebt und angenommen.

Fehlt die Nähe und Zärtlichkeit des Körperkontaktes, fehlt dem Kind das Urvertrauen. Stattdessen wird es ein tiefes Loch von Leere und innerer Verlorenheit erfahren. Das innere Kind im Erwachsenen wird in seinem Leben viel äußere Sicherheit auch in einer festen Partnerschaft suchen und die permanente Bestätigung, dass es liebenswert ist und eine Daseinsberechtigung hat. Kleine Anlässe des Rückzugs seitens des Partners reichen dann schon aus, sich selbst und die Liebe in Frage zu stellen und gefährden die Sicherheit der Partnerschaft in den Augen dieses Menschen. Dieser Mensch neigt dazu, an dem Partner zu Klammern und diesen zu kontrollieren.

4. Emotionale Überflutung führt zu symbiotischen Beziehungen oder zum Gegenteil, absoluter Unabhängigkeit.

Emotionale Überflutung ist das Charakteristikum einer gluckenhaften Mutter, die ihren Sohn oder ihre Tochter übermäßig behütet in deren Leben eingreift, sodass das Kind an dieser Liebe fast erstickt. Das Kind wird ständig gehätschelt, geküsst und gestreichelt. Es wird übermäßig behütet und keine Minute allein gelassen.

Der natürliche Impuls eines Kindes neugierig die Welt zu erforschen wird bereits im Keim erstickt. Mit solchem Verhalten verhindert die Mutter den gesunden Abnabelungsprozess des Kindes. In solchen Fällen lässt sich häufig beobachten, dass der Erwachsene später zu unbewussten symbiotischen Partnerbeziehungen neigt, die von unrealistischen romantischen Vorstellungen geprägt sind. Die erwachsenen Frauen und Männer laufen dann noch immer mit der nicht durchtrennten Nabelschnur herum, die sie beim Partner einzustöpseln versuchen. Liebe verwechseln sie mit der Sehnsucht nach allumfassender Liebe und Harmonie und sie opfern alles - auch sich selbst - dafür um das wieder zu erleben.


5. Beschämung und Demütigung zerstören das Selbstbewusstsein und führen zur Unterwerfung.

Scham entwickelt sich beim Kind durch fehlende Wertschätzung und Respekt vor seiner naturgegebenen kreatürlichen Energie. Verweigern die Eltern dem Kind den Schutzraum, in dem es nach der eigenen Veranlagung sein und wachsen darf und erziehen es stattdessen mit den eigenen Vorstellungen, Erwartungen und Bewertungen, zieht sich die ursprüngliche essentielle Energie zurück und das Kind passt sich an.

Gleichzeitig aber entsteht in dem Kind ein Gefühl nicht richtig zu sein, nicht gut genug zu sein oder irgendwie falsch zu sein. Es entwickelt Scham; ein Gefühl, dass mit ihm grundsätzlich etwas nicht stimmt. Scham ist ein Gefühl der Demütigung und Blöße, dass wir so wie wir sind und mit dem was wir tun nicht in Ordnung sind.

Je ausgeprägter das schamhafte Gefühl ist, umso mehr verlieren wir den Kontakt zu uns selbst, unserer ursprünglichen Energie und fangen an, Erwartungen zu erfüllen und Rollen zu spielen. Scham ist ein sehr unangenehmes Gefühl, dass wir zu verdrängen oder zu kompensieren versuchen. Wir ignorieren es, indem wir großspurig auftreten und uns dadurch selbst vom Gegenteil überzeugen wollen. Oder wir machen uns noch kleiner und „bescheidener“, damit wir die Anerkennung und Liebe doch noch vom andern bekommen.

Die anderen, vorzugsweise der Partner, sollen uns bestätigen, dass wir doch ganz in Ordnung sind. Wir verbiegen uns und machen uns klein, eine Art Selbstverkrüppelung, die unser Selbstvertrauen immer mehr untergräbt und die eigene Energie verkümmern lässt.

6. Sexueller Missbrauch und Gewalt führt zu Rückzug und Selbstbestrafung

Sexueller Missbrauch und Gewalt stellen eines der schwerwiegendsten Verletzungen eines Kindes oder Jugendlichen dar, da sie zutiefst die körperliche und geschlechtliche Integrität eines Menschen verletzen oder gar zerstören.

Neben den körperlichen Schmerzen bleibt der junge Mensch verwirrt, verunsichert und zutiefst verzweifelt zurück. Die Verunsicherung ist wie ein Riss, der durch Körper und Seele des Menschen geht und ihn von sich selbst entfremdet. Hinzu kommen Gefühle von Scham und Schuld, die dabei häufig auf sich selbst bezogen werden. Diese Folgen hängen davon ab, wie intensiv und wie lange der Missbrauch oder andere Gewalterfahrungen andauerten.

Diese Erfahrungen müssen immer mit kompetenter therapeutischer Betreuung aufgearbeitet werden, sonst zieht sich der Mensch komplett zurück und bestraft sich selbst.

Die in der Kindheit erlernten Verhaltensweisen und Strategien werden reaktiviert in nahen und intimen Partnerschaften. Nicht wenn wir verliebt sind, denn dann geht´ s uns gut. Wenn wir jedoch in unseren Beziehungen in Konflikten oder Krisen geraten, greifen wir auf die „bewährten“ Strategien zurück, auch wenn sie uns nicht weiterbringen. Sie stehen vollautomatisch auf Repeat und werden unmittelbar von uns abgerufen, wann immer wir uns bedroht, hilflos und in unserem Selbstwertgefühl angegriffen fühlen.

Diese Mechanismen zu erkennen ist ein wesentlicher Schritt der Heilung und Konfliktbewältigung in Beziehungen. Fragen, die da weiterführen, sind daher:„Was ist mein Drama der Kindheit?“, „Welche Erfahrungen habe ich gemacht und was sind meine Strategien?“ Alleine ist dies allerdings sehr schwierig.

Neue Wege in der Liebe finden!!

Wir haben das LoveCreation® „Liebes- und Beziehungstraining“ entwickelt, um sich diese Themen in erlebnisorientierter Form anzuschauen: auf verschiedenen Ebenen führen wir Frauen und Männer in Kontakt mit ihren grundlegenden Beziehungsmustern, um diese zu heilen und sich zu lösen.

So werden sie frei, um sich auf eine reife und erwachsene Liebesbeziehung einzulassen. Jenseits der Rollen des Abhängigen und Unabhängigen gelingt der Tanz zwischen Verschmelzung und Alleinsein. In einem sicheren Übungsfeld und dem Schutzraum einer Jahresgruppe kann ein neues Verhalten leichter und spielerischer erprobt werden.

Hier wird Bewusstheit geschult für die eigenen Gefühle in Begegnung, für unbewusste Erwartungen und unbewusste Reaktionsstrategien. Wir schaffen eine Atmosphäre, in der die eigenen Bedürfnisse erfüllt und die Bedürfnisse der anderen respektiert werden. Die Menschen lernen Grenzen zu setzen und Achtung sowie Sensibilität für die Grenzen der Anderen zu entwickeln. Das LoveCreation® Jahrestraining ist eine intensive Zeit und Investition in die eigene Liebes- und Beziehungsfähigkeit.

Weitere Informationen zum LoveCreation Jahrestraining

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