Initiationen

Moderne Übergangsrituale und Grenzerfahrungen

Initiation-Sprung

Was unsere Arbeit in auffälliger Weise von anderen Seminaren und Trainings unterscheidet sind die von uns kreierten Initiationen. Was genau ist eine Initiation? Der Begriff Initiation geht auf den lateinischen Begriff „initiare" (anfangen, einführen, einweihen) zurück. Der Initiant macht nach einer Vorbereitungszeit unter kompetenter Führung in einer Gemeinschaft eine Grenzerfahrung und betritt Erlebnis- und Erfahrungsbereiche, die ihm vorher vollkommen fremd waren. Dabei verlässt er seine Komfortzone: physisch, emotional und auch mental und durchschreitet grundlegende Ängste und Vorbehalte, vor denen er normalerweise zurückschrecken würde. Doch der Zusammenhalt der Gruppe als auch das Vertrauen in die Leitung helfen, diesen Schritt zu gehen und sich initiieren zu lassen. In einer Initiation kommen Menschen in Kontakt mit Aspekten ihrer Persönlichkeit und Kräften in sich, die sie vorher nicht kannten.

Initiationen legen daher eine enorme Kraft frei, die die Menschen Dinge tun lassen, welche sie vorher nicht für möglich gehalten hätten. Initiationen eröffnen neue Horizonte und werden von Menschen oft als die Highlights und auch Wendepunkte in ihrem Leben angesehen. Es sind Referenzerlebnisse, die nachhaltig prägen und den Initianten die Herausforderungen im Leben souveräner und mutiger angehen lassen.

Ein Teilnehmer sagte einmal: "Nach der Initiation habe ich einen anderen Umgang mit meiner Angst gelernt. Wenn ich weiß, ich habe das geschafft, dann sind die Dinge, vor denen ich sonst Angst hatte, keine wirklichen Hindernisse mehr."

Initiationen finden in einer Gruppe statt. Sie stärken auch den Kontakt und die Verbundenheit unter den Beteiligten. In jedem Fall braucht es dafür das Vertrauen und die gegenseitige Unterstützung. Das ist der Grund, warum wir Initiationen nur in geschlossenen Trainings und nicht in offenen Seminaren anbieten. Ein wesentlicher Aspekt von Initiationen ist, dass sie geheim sind. Es darf nicht darüber gesprochen werden, damit jeder Teilnehmer die Möglichkeit erhält, daran teilzunehmen und nicht schon im Vorfeld seinen Bedenken oder Ängsten erlegen ist. Die Herausforderungen sind einfach zu großartig und der kontrollierende Verstand würde alles blockieren. Leider wird der Begriff Initiation inflationär verwendet. Initiationen sind mehr als nur intensive Erfahrungen, Risikosport oder ein gutes Gruppengefühl. Eine Initiation prägt immer nachhaltig und unwiderruflich das Leben eines Menschen. Eine Initiation erweckt einen Menschen, erschüttert ihn zutiefst und motiviert ihn zu inneren oder äußeren Höchstleistungen.

Traditionelle Initiationen

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In vielen Kulturen und Ländern der Erde gab es Initiationsriten, bei einigen Naturvölkern gibt es sie noch heute. Initiationen verfolgen dabei verschiedene Ziele. Sie stellen Übergangsrituale dar, die einem helfen, bewusst in eine neue Lebensphase einzutreten. Es gibt sie für Jugendliche, wenn der Junge zum Mann wird, das Mädchen zur Frau, als Vorbereitung für die Ehe und Sexualität, für die Jagd, für einen Kampf oder Krieg und zuletzt für den Tod.
Die Vielfalt der Initiationen ist sehr groß: in vielen ursprünglich schamanische Initiationen muss der Initiant seine Angst überwinden und sich realen Gefahren oder sogar der Lebensgefahr aussetzen: der Sprung über einen tiefen Abgrund, Bungee-Jumping, das Fangen eines Hais mit einfachen Hilfsmitteln oder die einsame Jagd eines wilden und gefährlichen Tieres. Eine Initiation, die die Suche nach einer persönlichen Lebensvision zum Ziel hat, und dabei zu einer Konfrontation mit sich selbst führen will, ist das sogenannte Vision Quest, das in verschiedenen Ländern praktiziert wird und durch die nordamerikanischen Indianer hier bekannt wurde. Hierbei verbringt der Initiant vier Tage und Nächte alleine, fastend und ungeschützt in der Wildnis, um sich selbst zu begegnen und eine Lebensvision zu finden. Des weiteren gibt es Beschneidungszeremonien, in denen den Jungen meist mit primitiven Mitteln ohne Betäubung die Vorhaut des Penis entfernt wird. Sie entstammen religiösen Riten, bei denen der Junge lernen muss, seinen Schmerz zu überwinden. Eine besondere Form des Übergangsrituals stellt die hawaiianische Lomi-Lomi-Massage dar. Die meist viele Stunden oder sogar Tage andauernde Massage initiiert einen körperlichen und seelischen Reinigungsprozess. Wir haben viele traditionelle und moderne Initiationen selbst erlebt und ausgewertet.

Moderne Initiationen
lifecreation-2Wenn es heutzutage darum geht, Menschen zu initiieren, dann stellen sich einige Fragen: Kann eine Initiation noch mit 30, 40 oder 50 Jahren „nachgeholt" werden? Reicht eine Initiation aus? Was oder wer ist die Gemeinschaft, in die initiiert wird? Was sind moderne und zeitgemäße Formen heute?

Heute gibt es nicht mehr „Die Gemeinschaft" und auch kein einheitliches Bild und Anforderungsprofil „des Mannes" oder „der Frau" – unsere Gesellschaft ist individualistisch und komplex geworden. Männer und Frauen müssen in sehr unterschiedlichen Kontexten und Herausforderungen ihr Leben meistern. Dem müssen moderne Initiationen gerecht werden. Wir glauben deshalb auch nicht, dass mit einer einzigen Initiation die gewünschten Resultate erreicht werden können. Wir verstehen die von uns kreierten Initiationen als eine Einführung in verschiedene Aspekte des Frau- und Mannseins. Dazu gehört ein bewusster Umgang mit eigenen Ängsten, Akzeptanz und Ausdrucksfähigkeit verschiedener intensiver Gefühle, Akzeptanz von Widerstand, Akzeptanz von Versagen, Entbehrung, Konfrontation mit körperlichen, emotionalen und mentalen Grenzen, Einsamkeit und Intimität, Macht und Ohnmacht. Ein ganz wesentliches und tragendes Element ist dabei das Erleben von echter und herzlicher Gemeinschaft unter den Männern und Frauen, gegenseitige Unterstützung und Verantwortung, Wärme und Freundschaft. Der Stolz danach, das Entdecken unbekannter Kräfte und Fähigkeiten und - für die meisten neue spirituelle Erfahrungen - gehören ebenfalls zu den Initiationen dazu. Initiationen haben den Charakter der „Unumkehrbarkeit", d.h. sie verändern und prägen den Menschen dadurch dauerhaft. Eine neue Kraft oder Fähigkeit steht dadurch lebenslang zu Verfügung.

Jedes einzelne Modul des Lovecreation® Trainings beinhaltet eine Initiation zum jeweiligen Thema. Diese haben wir – in Anlehnung an alte spirituelle, tantrische und schamanische Traditionen – in moderner Form, teils sehr aufwändig und mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen, Vorbereitung und Betreuung selbst kreiert.
Hintergrundinformationen zum Thema Initiation sind im Buch „Männlichkeit leben" von B. T. Leimbach nachzulesen.