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Warum Männer verweichlichen und Frauen verhärten

Weiche Männer harte FrauenDie meisten Männer haben ihr Herz an die Frauen verloren: an die Mutter, die Kindergärtnerin, die Freundin, die Ehefrau. Solange Männer auf Bestätigung durch Frauen hoffen, bleiben sie in einer abhängigen und isolierten Position. Als "netter Mann" bemühen sich immer mehr Männer um die Gunst einer Frau, ohne zu bemerken, dass sie damit das Beste opfern, das sie besitzen: ihre Männlichkeit.

Die Frauenbewegung hat in der westlichen Zivilisation in den letzen Jahren eine deutliche Veränderung im Selbstverständnis von Männern und Frauen erreicht. Traditionelle Werte, die mit stereotypen Denk- und Verhaltensweisen einhergehen wurden in Frage gestellt und ein Bewusstseinsprozess wurde eingeleitet. So akzeptiert heute kaum noch eine gebildete Frau die Rolle einer sich für den Mann an Heim und Herd aufopfernden Ehefrau. Frauen stellen immer mehr ihre persönliche Entwicklung und berufliche Karriere in den Vordergrund. Selbst ist die Frau - unabhängig und selbstbewusst. Und das ist nach einigen tausend Jahren Patriarchat auch nötig gewesen. Doch Erfolg, Disziplin, Willensstärke und Zielstrebigkeit sind männliche Werte, die eine gewisse Härte und Anspannung bedeuten und weibliche Qualitäten wie Hingabe, Einfühlungsvermögen und Anpassungsbereitschaft in den Hintergrund treten lassen.

Klassische Machos, Tonangeber und Stehend-Pinkler sind out und in den letzten 30 Jahren wurde Männern dies beigebracht. So entwickeln immer mehr Männer ihre weibliche Seite: sie lernten auf Frauen einzugehen, Karriere nicht als oberstes Ziel zu sehen und ihr Selbstverständnis als Mann von der Bestätigung durch Frauen abhängig zu machen.

In meiner mittlerweile 20-jährigen Erfahrung in der Seminararbeit und Beratung beobachte ich eine allmähliche Veränderung im Kontakt zwischen Männern und Frauen: Während Frauen immer mehr an Stärke und Selbstbewusstsein gewinnen, ihre Durchsetzungskraft und ihre Willenskraft entwickeln, stärken sie ihre männlichen Anteile. Männer entdecken immer mehr Qualitäten wie Emotionalität, Harmoniebedürfnis, Ruhe und Einfühlungsvermögen - sie stärken ihre weibliche Seite dadurch. Auf den ersten Blick scheint dies zu mehr Annäherung und Verständnis zu führen, in der Praxis zeigt sich aber eine tiefe Verunsicherung dadurch. Immer mehr Männer leiden in Partnerschaften unter emotionaler Abhängigkeit oder ziehen sich in die Einsamkeit zurück. "Wer bin ich als Mann?" ist eine Frage, die viele Männer beschäftigt. Klassische männliche Qualitäten wie Disziplin, Ehrgeiz, Aggression und Pflichtbewusstsein werden abgelehnt - meist einhergehend mit einer Ablehnung des eigenen Vaters - dem ersten Vorbild für Männlichkeit im Leben. Viele Männer bemühen sich darum, jegliche Aggressivität, Kraft und auch ihre Sexualität zu verstecken, möchten bloß keiner Frau wehtun. Sie selbst aber sind bereit sich emotional verletzen zu lassen - wie kleine Jungen, die auf eine Anerkennung durch ihre Mutter hoffen, wenn sie lieb sind und niemanden verletzen. Je netter sie werden, umso mehr verlieren sie sich selbst als Mann, wie der Wolf, der sich in einem Schafspelz versteckte und irgendwann vergaß, dass dies nur eine Verkleidung war. Aber auch die meisten Frauen haben auf Dauer wenig Interesse an einem "netten" Mann. Sobald eine Frau die Dominanz über "ihren" Mann hat, befindet sie sich in der Mutterrolle und betreut einen kleinen Jungen. Da sucht sie sich lieber einen "richtigen" Mann, um etwas Aufregendes zu erleben...

Frauen übernehmen immer mehr die Führung und Verantwortung in Ehen und Beziehungen während Männer zu „Problemfällen" werden, die sich nicht verändern wollen. Sie werden zu braven und lieben Jungen, die keiner Frau weh tun wollen, die bereit sind ihre eigenen Wünsche und Visionen, ihre Freiheit und Aggression aufzugeben, manchmal sogar ihre Sexualität, um eine Frau glücklich zu machen.

Auch gesellschaftlich werden Männer immer mehr zu Problemfällen, die die Führung über ihr eigenes Leben verlieren oder sie an die Partnerin delegieren. Frauenförderung, Gleichberechtigung und Schutz der Mädchen vor sexuellen Übergriffen stehen im Vordergrund. Jungen wird Aggression und Freiheitsdrang abtrainiert, damit sie sozial, demokratisch und einfühlsam werden. Die Jungen werden die besseren Mädchen - sanft und verständnisvoll bis hin zu naiver oder einfach feiger Angepasstheit an die vermeintlichen Wünsche der anderen. Und die anderen - das sind im Leben von immer mehr Jungen heute die Frauen, denen er gefallen will und deren Werte er auch als erwachsener Mann übernimmt.
Das geht so weit, dass viele Frauen sich danach sehnen einen Mann an ihrer Seite zu haben, der Integrität und Rückgrat hat und den Mut ihnen auch mal in ehrlicher und respektvoller Form Contra zu bieten. Ein Mann, den Frau auch mal anschreien kann und der nicht weinend zusammenfällt oder ängstlich wegläuft, sondern dagegen halten kann. Ein Mann, der Konflikte, Schmerzen oder Verluste riskiert, um sich selbst und seinen Visionen treu zu bleiben. Immer mehr Frauen sehnen sich nach Männern, die wissen, was sie wollen und bereit sind dafür zu kämpfen, Männer, die entschieden Ja, aber auch Nein sagen können und nicht ihre Fahne mit einem lauwarmen „Mal schauen" in den Wind hängen. Frauen vermissen einen Mann, der auch mal einen emotionalen Sturm aushält und den Kontakt zu seinem eigenen Herzen nicht verliert.

In meine therapeutischen Praxis kommen in den letzten Jahren immer mehr Männer, die sich von Frauen in ihrem Leben emotional abhängig fühlen. Hans* ist hier ein typisches Beispiel: Ein sehr attraktiver und gepflegter Mann, erfolgreicher Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens kommt zu mir in die Beratung, weil er in seiner Ehe unglücklich ist. Nach der Geburt seiner mittlerweile 3-jährigen Tochter, die er sehr liebt häufen sich die Konflikte in der Ehe mit einer intelligenten Frau, die selbst Therapeutin ist. Obwohl er sich redlich bemüht sie glücklich zu machen, sich nach einem langen und anstrengenden Arbeitstag noch Zeit für die Tochter nimmt und sogar im Haushalt hilft nimmt ihre Kritik an ihm immer mehr zu. Während gleichzeitig ihr sexuelles Interesse an ihm drastisch Maße abnimmt. Auf meine Nachfrage hin gesteht er, dass sie kaum noch Sex zusammen haben, weil sie ihn stets abweist oder „Sachzwänge" vorschiebt. Er gesteht mit schlechtem Gewissen, dass er eine Affaire angefangen hat, obwohl er seine Frau liebt und eigentlich lieber mit ihr sexuell zusammen wäre. Hans ist in einer „Frauenwelt" aufgewachsen, mit wenig männlichem Einfluss und einem Vater, den die gesamte Familie ablehnt, weil er sein Leben nicht gemeistert hat. Hans hat früh gelernt, was Frauen von ihm erwarten. Dem gerecht zu werden bemüht er sich seitdem, aber weder er noch seine Partnerin macht es glücklich. Sie wird immer mehr zur dominanten Mutter, die ihn lobt oder bestraft und er hat gelernt sich ihren Launen anzupassen. Sie bestimmt, wie die Atmosphäre zu Hause ist. Sie bestimmt, wie viel Nähe oder Distanz zwischen ihnen ist. Und sie bestimmt wann sie Sex haben, nicht er. In Auseinandersetzungen fühlt er sich meist als der Verlierer und sie belasten ihn weit mehr als seine Partnerin. Um diesem unerträglichen Gefühl der Unterlegenheit und des Selbstzweifels an sich als Mann etwas entgegenzusetzen sucht er das Weite: in der Bestätigung seines Mannseins durch eine andere Frau. Leider kommt er dadurch vom Regen in die Traufe: der kurze Kick geht nach hinten los: schlechtes Gewissen, Selbstzweifel und innere Zerissenheit holen ihn schon bald ein. Wie so oft schon im Leben sucht er sich als Mann an der falschen Stelle zu finden: bei einer Frau.

Weichspülprogramme für Männer

Gerade die Angebote auf dem esoterischen und therapeutischen Markt (ganz besonders natürlich im Tantra) sind geprägt von weiblicher Dominanz: Frauen leiten die Gruppen, es geht um die Kultivierung weiblicher Werte und Qualitäten: Einfühlungsvermögen, Langsamkeit, Weichheit, endloses Umarmen und Kuscheln, Hinspüren Loslassen. Was machen Männer in dieser Atmosphäre mit ihren Aggressionen, Kraft, Mut und Kampfeslust?
Dazu kommt, dass die meisten Männer speziell in Tantraseminaren doch sehr auf Frauen fixiert sind und ohne die nötige Führung und Unterstützung kaum die emotionale Nähe und Kontakt unter Männern finden wie sie es bei den Frauen leben.

Mein Fazit: das therapeutische Weichspüler-Programm ist für die meisten Männer Gift und bestärkt sie in ihrer Rolle als Mamasöhnchen anstatt Impulse und Initiationen ins Mannsein zu bieten. Es verstärkt die Fixierung und Idealisierung des Weiblichen wie viele Männer es ihr ganzes Leben schon gewohnt sind.

Männliche Kraftquellen

Frauen sind die Menschen, mit denen wir Männer emotionale Nähe zulassen: Mutter, Großmutter, Kindergärtnerin, Lehrerin, Partnerin, Geliebte, Freundin.... In diesem Jahrhundert erleben wir die physisch oder emotional abwesenden Väter, einen Mangel an männlichen Bezugspersonen und Vorbildern. Und während Frauen sich oft gegenseitig emotionalen Kontakt und Unterstützung geben, isolieren sich Männer in ihren Gefühlen immer mehr. Kontakte zu anderen Männern reduzieren sich auf Hobbys, Sport oder Alltagsgespräche. Dies ist meist ein Spiegel für das Verhältnis zum eigenen Vater: wirkliche emotionale Nähe, Herzlichkeit und verbindliche Freundschaft fehlt hier meistens, ganz zu schweigen von Körperkontakt. Die Erfahrung zu machen, was es heißt, sich mit der Kraft und Unterstützung des Vaters, des Großvaters und der ganzen männlichen Linie der männlichen Ahnen zu verbinden kann überwältigend sein - hier gibt es die Kraftquelle der eigenen Wurzeln zu entdecken, von der die meisten männlichen „Einzelkämpfer" unserer Kultur abgeschnitten sind.

In meinen Seminaren und den Veröffentlichungen für Männer zeigen Wege zu einer zeitgemäßen und neu verstandenen Männlichkeit auf, durch die aus großen Jungen Männer werden. Dieser Weg beginnt mit dem Verlassen der Komfortzone, dem Verlassen der weiblichen Nestwärme und führt in eine oft rauhere, aber herzliche Männerwelt.
Immer mehr Männer haben Frauen als Freundinnen und Berater für persönliche Themen und Probleme - ein grosser Irrtum. Der Weg eines Mannes führt aus dem meist überdominanten Einfluss des Weiblichen zu einem neuen Kontakt mit Männern: echte Männerfreundschaften: herzlich, schonungslos ehrlich und emotional stärkend. Denn: wie aus einem Jungen ein Mann wird kann man nur von Männern lernen, niemals, wirklich niemals von Frauen. Im ehrlichen Spiegel von anderen Männern, jenseits von Konkurrenz, oberflächlicher Ablenkung und intellektueller Besserwisserei erfährt sich ein Mann als Mann. Ein anwesender Vater, der Reibungsfläche, aber auch Wärme bietet, männliche Vorbilder und Bezugspersonen in Kindheit und Jugend, aber auch ältere Mentoren erfüllten traditionell diese Aufgaben. Aber dies ist heute leider immer seltener der Fall. Besonders emanzipierte Frauen meinen, sie können ihren Jungen alleine ohne Vater groß ziehen. Ein fataler Fehlschluss, denn: aus ihm wird ein großer Jungen, aber kein Mann.
Eine Initiation ins Mannsein fehlt vielen Männern und so laufen sie verloren als Mamasöhnchen den Frauen hinterher, um sich als Mann zu finden, bleiben ewiger Rebell gegen den Vater und das Patriachat oder ziehen sich auf eine emotionslose und arrogante Position als „intellektuelle Besserwisser" zurück.
Die folgenden Männerartikel wollen nicht Frauen die Schuld an den „verweichlichten" Männern geben, sondern wollen Sie als Mann aufrütteln Ihre männliche Identität zu entdecken, ihr Selbstbewusstsein und emotionale Autonomie stärken, um Verantwortung für Ihr Leben als Mann zu übernehmen. Erst ein Mann, der seine männlichen Qualitäten wie Mut, Ehrlichkeit und Selbstdisziplin entwickelt hat, ein positives Verhältnis zu seinem Aggressionspotential entwickelt und Führung über sein Leben hat kann auch in den Genuss seiner weibliche Anteile kommen. Dasselbe gilt in umgekehrter Weise auch für die Frauen - aber dies ist hier nicht das Thema, denn diese Artikel beschreiben die männliche Sichtweise der Dinge.

Für Frauen empfehle ich Leilas Frauen-Portal: http://www.weiblichkeit-leben.de