News und Aktuelle Infos zum Thema Anleitung zum Glück.

Anleitung zum Glücklichsein

Jeden Tag zum glücklichen Tag machen

Intention

Dies ist ein Kurs im Glücklichsein. Er ist für unsere Teilnehmer und allen interessierten Menschen konzipiert, die mehr Glück in ihr Leben holen wollen. Der Kurs stellt einen kontinuierlichen psychologisch-spirituellen Schulungsweg für den Alltag dar. Er will Menschen darin unterstützen, ein selbstbestimmtes und glückliches Leben zu führen, in dem sie sich als Schöpfer erleben und nicht als Opfer. Der Kurs besteht aus Texten, Geschichten und Übungen, die Schritt für Schritt durch die Erforschung des eigenen Bewusstseins im Alltag führen. Bei den Übungen, die eine Weile praktiziert werden sollten (mind. 7 Tage) handelt es sich oft um Beobachtungsaufgaben, Wahrnehmungsschulungen oder eine innere Ausrichtung, die keine zusätzliche Zeit in Anspruch nimmt.
Sie unterstützen darin immer mehr die Geisteshaltung des Opfers aufzugeben, und sich an den eigenen schöpferischen Einfluss zu erinnern.
Wir hoffen dadurch wöchentlich Motivation und Freude zu vermitteln, um jeden Tag den Zustand des Glücks zu erleben.

Leila & Bjørn

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Willensschulung

1. Woche: Willensschulung

Jeder Mensch hat grundsätzlich die Fähigkeit, dem eigenen Willen gemäß zu handeln. Jedes Kind hat einen ganz natürlichen Kontakt zum eigenen Willen und seinen Impulsen. Es ist für das Kind auch ganz natürlich den eigenen Willen zum Ausdruck zu bringen und danach zu handeln. Leider ist jedoch vielen Menschen schon in der frühesten Kindheit der Wille gebrochen worden. Das beginnt bereits damit, dass die Kindheitsphase, in der der eigene Wille entwickelt wird, als Trotzphase benannt wird. Die Pädagogik ging bis in jüngster Zeit davon aus, dass ein Kind willenlos ist und dass es lernen muss, was der Wille der Eltern ist, sprich zu gehorchen. In den USA hat man Experimente durchgeführt und Kleinkindern ein Sprachaufnahmegerät umgehängt, um herauszufinden, was die Botschaften sind, die ein Kind im Alter von 1-3 Jahren empfängt. Dabei hat man ausgewertet, dass jeder zweite Satz den ein Kind hört, ein Verbot ist: „Das darfst du nicht...Das sollst du nicht...Das tut man nicht..." Mit diesen Verboten, die wir alle in der frühen Kindheit gehört haben, haben wir früh gelernt, keinen eigenen Willen zu haben und uns an den Willen des Stärkeren zu orientieren und auszurichten - zumal wir dafür Anerkennung und Belohnung bekommen haben.
So haben viele Menschen als Erwachsene gar nicht oder nur unzureichend Kontakt mit ihrem eigenen Willen. Auf die Frage: Was wünschst du, können dann viele nur „Ich weiß nicht" oder „ist mir egal" antworten.
Die unzureichende Entwicklung des eigenen Willens führt dazu, dass sich viele Menschen als Opfer fühlen. Opfer von Entscheidungen, die andere für sie treffen (der Chef, die Politiker, der Partner, die Eltern) und Opfer von Ereignissen, auf die sie scheinbar keinen Einfluss haben. Die Vorstellung, Opfer zu sein, gibt vielen Menschen ein Gefühl von Ohnmacht, Resignation und Gleichgültigkeit sich selbst, den Menschen und dem Leben gegenüber. Das Leben wird so langweilig und freudlos. Das ist noch einmal stärker bei Menschen zu beobachten, die in autoritären politischen Systemen aufgewachsen sind und der eigene Wille auch von Staats wegen gebrochen wurde.

Den eigenen Willen wieder zu entwickeln, zu pflegen und zu stärken ist Intention der ersten Übungen:

Die Aufmerksamkeit lenken

Realitäten werden geschaffen durch Aufmerksamkeit.
Worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, das wächst,
wovon wir sie abziehen, das wird kleiner.

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Selbstmotivation

2. Woche: Selbstmotivation

Die Energie fließt dorthin, wo die Aufmerksamkeit ist. Die Aufmerksamkeit geht dahin, wo wir etwas stark wünschen, oder etwas auf gar keinen Fall wollen.

Viele Menschen erleben sich im Alltag wie ein Rädchen im Getriebe. Die eigenen Handlungen laufen auf Autopilot und es gibt scheinbar keine Möglichkeit aus den Sachzwängen auszubrechen. Lediglich die Wochenenden oder Urlaube scheinen kurze Zeiten zu sein, in denen persönliche Freiheit erlebt wird. In den meisten Handlungen wird nicht mehr der eigene freie Wille erlebt, da die Handlungen durch übergeordnete Werte wie Disziplin, Ordnung, Verpflichtung oder Konvention geprägt scheinen.
Mache dir deutlich, dass jede Handlung aus deinem freien Willen geschieht. Niemand kann Dich zu etwas zwingen. Natürlich hat jede Entscheidung bestimmte Konsequenzen und du wählst die Entscheidung, die dich glücklich macht oder mit der du hoffst, Unglück, Ärger oder Leid zu vermeiden.
Jedes Mal, wenn du sagst: „Ich muss" schwächst du damit deine Willenskraft. Jedes Mal wenn du sagst: „Ich will" stärkst du deine Willenskraft. Der Zugang zum eigenen ursprünglichen Willen wird unterbrochen, wenn du den Blick auf das richtest, was andere für dich entscheiden und du scheinbar tun MUSST. Je mehr du die eigene Wahrnehmung auf die „Sachzwänge" oder Entscheidungen anderer richtest, umso mehr nimmst du dich als Opfer der Umstände wahr. Je mehr die Aufmerksamkeit darauf gerichtet ist, was du WILLST, umso mehr können eigene Handlungsspielräume und Wahlfreiheit erlebt werden.
Manchmal wird der eigene Wille aber auch durch gegensätzliche Entscheidungen korrumpiert: eine früher getroffene Entscheidung steht im Gegensatz zur jetzt gewählten Entscheidung. Das erzeugt Ohnmacht, innere Konflikte und ein Gefühl der Resignation.

Beispiel: Du hast die Entscheidung getroffen, eine bestimmte Diät einzuhalten. Niemand hat dich dazu gezwungen, auch nicht dein Partner! Dann aber spürst du das Bedürfnis Eis zu essen, was nicht in den Diätplan passt. Du sagst dir: „Ich muss Diät halten und darf kein Eis essen." In dem Moment empfindest du die Diät als Zwang, als Unfreiheit. Du hast den Kontakt zu deiner ursprünglichen Intention, Diät zu halten, verloren. Du erlebst jetzt nur die Konsequenz deiner damaligen Entscheidung für die Diät. Ganz gleich, wie du dich jetzt entscheidest - ob du das Eis isst oder nicht: mach dir deinen freien Willen deutlich und übernimm die Verantwortung für die Konsequenzen.

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Mein Wille geschieht

3.Woche: Mein Wille geschieht

schoepfer

Dieser Satz klingt für einige Menschen wie eine Provokation. Er löst vielfach Widerstand aus, denn wir haben uns mit der Sichtweise abgefunden, dass wir keinen Einfluss auf unser Leben und andere Menschen haben. Die Sufis, die spirituellen Mystiker des Islam sagen: „Der Mensch ist eine Maschine." Und sie haben damit Recht, denn der allergrößte Teil unserer alltäglichen Handlungen geschieht völlig unbewusst, wie auf Autopilot. Nur wir haben den Autopilot programmiert und dann vergessen, dass wir die Programmierung vorgenommen haben. Und danach klagen wir über das Ergebnis wie in folgender Anekdote:

"Ein Kapitän geht in Hamburg am Abend vor der Abfahrt seines Schiffes nach London noch mal auf die Reeperbahn. Dabei denkt er an seine verflossene Liebe in Kopenhagen und die Sehnsucht nach ihr quält ihn so sehr, dass er sich richtig vollaufen lässt. Sturzbetrunken torkelt er nachts auf die Kommandobrücke und beschließt zu ihr zu fahren - er programmiert den Autopilot um auf Kopenhagen. Danach fällt er in tiefes Delirium. Am Morgen kann er sich an nichts mehr erinnern und fährt aus dem Hafen. Sobald er die Küste hinter sich gelassen hat, stellt er den Autopilot an und das Schiff dreht auf Kurs nach Kopenhagen. Er meint jedoch nach London zu fahren und versteht die Welt nicht mehr, als plötzlich Dänemark in Sicht kommt: „Da wollte ich doch gar nicht hin." beklagt er sich. „Wer von euch hat den Autopilot verstellt?" stellt er die Mannschaft erbost zur Rechenschaft..."

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Entscheidungen treffen

4. Woche: Entscheidungen treffen

Carpe Diem. Du allein bist für Dein Leben verantwortlich.
Erlaube niemandem zu keiner Zeit Entscheidungen für Dich zu treffen. Entscheide selbst."

Menschen, die in das LifeCreation Training kommen beklagen oft, dass sie sich unfähig fühlen bestimmte Entscheidungen in ihrem Leben zu treffen. Jede Entscheidung bedarf eines langwierigen Abwägens und selbst danach quälen sie Zweifel, ob die getroffene Entscheidung die beste war. Sie erleben die Möglichkeit Entscheidungen zu treffen nicht als Wahlfreiheit, sondern als Herausforderung oder Belastung. Meist erwarten die Menschen dann im Training Hilfestellung, um eine bestimmte Lebensentscheidung zu treffen und hoffen dann, dass durch die Entscheidung alles anders wird. Das ist jedoch meistens nicht der Fall. Es geht also darum die Fähigkeit und Freude wieder zu entwickeln, die Macht und Freiheit zu haben, selbst Entscheidungen zu treffen. Erfolgreiche Menschen unterscheiden sich durch erfolglose dadurch, dass sie möglichst viele Entscheidungen fällen und das genießen. Nur durch selbst gefällte Entscheidungen lernen wir. Die Fähigkeit, Entscheidungen mit Freude und Leichtigkeit zu treffen ist nicht angeboren, sondern trainierbar. Mache dir deutlich: Ob du willst oder nicht: du entscheidest immer. Nicht zu entscheiden oder andere entscheiden zu lassen, ist auch eine Entscheidung. Erwachsen werden bedeutet, eigene Entscheidungen zu treffen und die Verantwortung dafür zu übernehmen. Die eigene Entscheidungsmacht abzugeben und dann andere für das angenehme oder unangenehme Ergebnis verantwortlich zu machen, ist ein kindliches Verhalten. Mit jeder bewussten Entscheidung, deren Ergebnis du als positiv bewertest wird deine Schöpferkraft verstärkt.

Intention: Erlebe heute, dass du mehr Entscheidungsfreiheit und Wahlmöglichkeiten hast als du glaubst. Deine Willenskraft wird durch jede Entscheidung, die du triffst, verstärkt. Du erlebst mehr Freiheit und Macht und trainierst Souveränität und Freude bei Entscheidungen.
Du bekommst ein Gefühl dafür, dass du dein Leben in der Hand hast und es gestaltest.

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Veränderungen und Wahlmöglichkeiten

5.Woche: Veränderungen und Wahlmöglichkeiten

Gurdjeff, ein russischer spiritueller Lehrer pflegte zu sagen: Der Mensch ist eine Maschine." - er sucht stets Rechtfertigungen für sein altes, gewohntes Verhalten: Lies selbst:

„Hallo, alter Junge!", begrüßt Charlie gutgelaunt seinen Freund Bernie. „Lass uns in eine Bar gehen und das Rauchen feiern.!"
„Was meinst du denn damit?" fragte Bernie.
„Pass auf", sagte Charlie. „Meine Frau will, dass ich mit dem Rauchen aufhöre. Und sie hat da eine Methode: immer wenn ich eine Zigarre rauchen will, soll ich stattdessen einen Lutscher nehmen."
„Und, hast du das gemacht?" fragte Bernie.
„Klar! Deshalb will ich ja feiern. Ich bin jetzt wieder auf Zigarren. Das mit den Lutschern funktionierte nicht. Glaub mir, ich hab´s probiert. Immer wenn ich eine Zigarre rauchen wollte, hab ich einen Lutscher gekauft. Aber weißt du was? Er wollte nicht brennen.

Die Möglichkeit zu wählen weist auf die Freiheit unseres Geistes hin. Die Fähigkeit zu wählen ist ein mächtiges Instrument unseres Geistes. Wie du dein Leben gestaltest und deine Beziehungen, dein Erfolg und Verhalten, ja selbst deine Gefühle und Gedanken sind das Ergebnis all deiner vielen Entscheidungen, die du getroffen hast nach deiner Wahl. Das bedeutet, dass alles, was du im Leben erfährst, das Resultat deiner Wahl ist. Wenn du mit irgendetwas in deinem Leben nicht mehr einverstanden bist und das verändern willst, treff eine neue Wahl. Quälen dich nicht mit den Ergebnissen früherer Entscheidungen. Treff eine neue Wahl und fange mit Kleinigkeiten an.
Oft warten wir auf die vermeintlich großen Veränderungen im Leben, die uns glücklich machen sollen. Das neue Auto, die neue Musikanlage, das neue Haus, der neue Urlaubsort oder der neue Partner versprechen uns das ersehnte Glück. Aber vielleicht hast du das schon einmal bei dir selbst beobachtet: schon nach kurzer Zeit, wenn wir etwas Neues in unser Leben geholt haben wird es alltäglich und unsere Aufmerksamkeit richtet sich dann wieder auf neue Objekte. Die äußeren Dinge, auf die wir blicken und von denen wir unser Glück erhoffen wechseln - doch die Art und Weise, mit der wir diese Dinge betrachten bleibt dieselbe.

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Perspektiven Verändern

6. Woche:

Perspektiven verändern

Eine Geschichte
Die Weisheit des Hakim
Ein Sultan war mit einem seiner besten Diener auf einem Schiff. Der Diener, der noch nie eine Seereise gemacht, mehr noch, der als Sohn der Berge noch nie die Wüste des Meeres erblickt hatte, saß im holen Bauch des Schiffes und schrie, jammerte, zitterte und weinte. Alle waren gütig zu ihm und versuchten, seine Angst zu besänftigen. Doch die Güte erreichte nur sein Ohr, nicht aber seine angstgepeinigtes Herz. Der Herrscher konnte das Geschrei seines Dieners kaum mehr hören, und die Seefahrt über das blaue Meer unter blauem Himmel machte ihm keine Freude mehr. Da trat der weise Hakim, sein Leibarzt, an ihn heran. „Königliche Hoheit, wenn Ihr es gestattet, kann ich ihn beruhigen." Ohne zu zögern gab der Sultan die Erlaubnis. Der Hakim befahl nun den Seeleuten, den Diener ins Meer zu werfen, was diese mit dem Schreihals nur zu gern taten. Der Diener strampelte, schnappte nach Luft, klammerte sich an der Bordwand fest und flehte darum, wieder im Schiff aufgenommen zu werden. An der Haaren zog man ihn herein. Von nun an saß er ganz ruhig in einer Ecke. Kein Wort der Angst war aus seinem Munde zu vernehmen. Der Sultan wunderte sich und fragte den Hakim: „ Welche Weisheit steckte in dieser Haltung?" Der Hakim antwortete: „Er hat noch nie das Salz des Meeres gekostet. Er wußte auch nicht, wie groß die Gefahr ist, die ihm in dem Wasser begegnet. Daher konnte er auch nicht wissen, wie kostbar es ist, die festen Planken eine Schiffes unter sich zu haben. Den Wert der Ruhe und Gelassenheit kennt erst der, der einmal der Gefahr uns Auge geblickt hat. Du, der du satt bist, weißt nicht, wie das einfach Brot des Landes schmeckt. Das Mädchen, das du nicht schön findest, ist meine Geliebte. Es besteht ein Unterschied zwischen dem, der seine Geliebte bei sich hat, und dem, der wartend ihr Kommen ersehnt."

Die Realität ist nicht einfach so, wie sie dir erscheint. Wie wir Dinge, Menschen und Situationen wahrnehmen hängt wesentlich von der Perspektive ab, die wir einnehmen. Aus der Perspektive des Sohnes sehe ich meine Mutter völlig anders als ein Außenstehender. Aus der Perspektive eines kleinen Kindes sehen die Dinge anders aus als aus der Sicht eines Erwachsenen. Es macht einen wesentlichen emotionalen Unterschied, ob ich am Rand des Schwimmbads oder oben auf dem Sprungturm stehe. Allein die räumliche Beziehung verändert die eigene Sichtweise der Dinge. Um nicht zu eingeengt zu sein, sollten wir immer verschiedene Perspektiven einnehmen.

Um es noch mal zu wiederholen: wir Menschen neigen zu Gewohnheit und Bequemlichkeit. Am liebsten wiederholen wir das Gewohnte und nehmen damit immer dieselbe Perspektive ein. In unseren Seminaren beobachten wir immer wieder, dass die meisten Menschen ein- und denselben Platz, den sie zu Beginn wählten bis zum Ende des Seminars beibehalten. So haben wir uns angewöhnt, sie aufzufordern, öfter den Platz und damit die Perspektive zu wechseln, um die Dinge - im wahrsten Sinne des Wortes - in einem anderen Licht zu sehen.

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Fühlen statt Denken

7. Woche: Fühlen statt Denken

Zu Fühlen ist das Natürlichste auf der Welt und wir haben das alle mehr oder weniger verloren. Es ist das Natürlichste auf der Welt, denn jedes Baby kommt mit der Natürlichkeit des Fühlens auf die Welt. Das Baby, das Kleinkind besteht nur aus Fühlen. Es ist auf der Welt, es erlebt und erfährt die Welt fühlend. Mit der Zeit, wenn das Kleinkind seine Sprache entwickelt, beginnt es Begrifflichkeiten zu entwickeln. Sprache ist das Erfassen von Wirklichkeit durch Begriffe. Alles erhält einen Namen, alles erhält einen Begriff mit der Sprache. Und wir erkennen die Wirklichkeit nicht mehr durch unser Fühlen und Begreifen sondern durch Begriffe, Wörter, Namen. Sonne - oh hell schön; Frau - ah ja interessant; Mann - oh ja sieht gut aus. Es ist wie ein kleiner Übersetzungsapparat im Kopf, der so automatisch funktioniert, wie die Zündung im Motor. Es funktioniert voll automatisch, ohne dass wir es merken. Es kommt eine Übersetzung rein. Ich fühle etwas. Doch bevor ich anfange wirklich zu empfinden, habe ich eine Übersetzung und ein Wort. Es hat mit unserer Orientierung in der Außenwelt zu tun. Der Begriff ersetzt immer mehr das eigentliche Fühlen, Wahrnehmen. Der Begriff wird wertvoller als das unmittelbare Erleben. Denn der Begriff gibt uns Sicherheit. Wir können etwas einordnen - und fühlen uns sicher.

Wie das funktioniert, konnte ich einmal ganz deutlich auf Bali erleben. Ich lag nachts im Bett und wurde von einem aufdringlichen Lärm geweckt. Es war ein undefinierbares Geräusch, Laute, die ich nicht kannte. Ich beobachtete wie mein Geist auf die Suche ging, um diese Laute zu identifizieren und ihnen einen Namen geben zu können. Schließlich dachte ich „Kröte", es muss eine Kröte sein. Also schwang ich mich aus dem Bett, um die Kröte zu suchen und aus dem Zimmer zu jagen. Es war keine Kröte zu finden. Ich beobachtete, wie ich immer beunruhigter wurde, da ich den Lauten keinen Begriff zuordnen konnte und wie mein Geist weiter auf die Suche ging. Am nächsten morgen erzählte ich davon den Einheimischen. Sie lachten und meinten, dass sei sicherlich ein Gekko gewesen, der unter dem Dach saß. Ich hörte die nächsten Nächte diese Geräusche noch sehr oft. Aber es war anders. Jetzt wusste ich ja, es ist ein Gekko und Gekkos bringen Glück und fressen die Insekten. Und ich begrüßte innerlich den Gekko und konnte sehr gut mit seinen Lauten einschlafen.
Was ich hier erlebt hatte, war nicht der Laut eines Gekkos, sondern einmal meine Unsicherheit, weil ich etwas Unbekanntes nicht einordnen konnte und einmal meine positive Bewertung von Gekkos.
Was ich da ganz explizit erlebt habe, geschieht auf einer unbewussten Ebene ständig.

Wir erleben die Welt nicht so wie sie ist, sondern wir erleben unsere Vorstellungen von etwas, unsere Meinungen und Bewertungen darüber! D.h. wir sind nur noch am übersetzen. Der Übersetzungscomputer läuft auf Hochtouren und das Gefühl wird nur noch abstrahiert und verhindert einen Kontakt, schafft eine Trennung mit allem.

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Es ist o.k. das jetzt zu fühlen

8. Woche: Es ist OK alles zu fühlen

Gefühle wahrzunehmen und sie auch zum Ausdruck zu bringen gehört zu den natürlichen Fähigkeiten, die wir von Geburt an mitbekommen haben. Das in Kontakt sein mit unseren Gefühlen gehört somit zu unserer essentiellen Natur und beinhaltet einen wesentlichen Aspekt unserer Lebensqualität. Gefühle bereichern unser Leben, halten unsere Beziehungen lebendig und kommunikativ und geben uns selbst ein Gefühl von Integrität.

Viele Menschen haben jedoch im Laufe ihres Lebens diese natürliche Fähigkeit verloren.
Durch Belohnung oder durch Bestrafung haben sie schon sehr früh als Kind gelernt, nur bestimmte Gefühle zu zeigen und andere zu verstecken. Das hat sie dazu veranlasst, die eigenen Gefühle als gute und schlechte Gefühle zu bewerten und aufzuteilen. Die guten Gefühle dürfen ausgedrückt werden, die schlechten müssen verborgen bleiben. Diese Bewertung und Aufteilung von Gefühlen hat wiederum dazu geführt, dass viele Menschen nur noch sehr wenig fühlen. Sie vermeiden es grundsätzlich zu fühlen, denn sie könnten mit Gefühlen in Kontakt kommen, die sie nicht mögen, bzw. als negativ oder schlecht bewerten. Gefühle von Angst, Enttäuschung, Schmerz, Wut oder Trauer werden vermieden.
Das Problem dabei ist, dass wir uns nur entscheiden können zu fühlen oder nicht zu fühlen. Denn Gefühle sind lediglich Ausdruck unserer Lebensenergie. Wenn wir uns entscheiden wieder mehr in Kontakt mit unseren Gefühlen zu kommen, braucht es die Bereitschaft, alle Gefühle fühlen zu wollen.

Wir können uns nur entscheiden alle Gefühle zu fühlen - nicht nur die „guten" Gefühle.

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Schöpfer der eigenen Gefühle

9. Woche: Schöpfer der eigenen Gefühle

Normalerweise erleben wir uns in unseren Gefühlen rezeptiv, d.h. wir erleben mit unseren Gefühlen die Widerspiegelung von Ereignissen und Sinneseindrücken. Wenn z.B. jemand zu mir kommt und mir ein Kompliment macht, fühle ich mich gut. Er ist die Ursache dafür, dass ich mich gut fühle. Die Sonne scheint und ich fühle mich glücklich. Die Sonne ist die Ursache, dass ich glücklich bin. Jemand tritt mich und ich habe Schmerzen. Er ist Schuld, dass ich Schmerz erlebe, denn er hat mich getreten. Das bedeutet, dass wir gewöhnlich auf andere Menschen reagieren, auf Situationen, auf unseren Körper, auf alle möglichen Sinneswahrnehmungen. Wir erleben uns als Reagierende, fühlen uns durch die Gefühle als Opfer der Ereignisse in der Außenwelt. Dies ist eine weit verbreitete Sichtweise. Sie wird unterstützt von der Überzeugung: „Nur spontane Gefühle sind echte Gefühle." Überprüfe mal, ob du diese Überzeugung teilst.

Atemmuster und Körperhaltung
Doch wir haben auch die Fähigkeit, unsere Gefühle auszurichten und damit bestimmte Gefühle zu erschaffen. Über unseren Körper, die Gestik und Mimik aber auch mental, indem wir bestimmte Dinge denken, nehmen wir Einfluss auf unsere Gefühle. Du kannst das ganz einfach überprüfen:
Zieh mal die Mundwinkel hoch, und halte diese so für einen Moment. Was für ein Gefühl entsteht?
Oder stell dich einmal gut geerdet im Schritt hin, die Knie etwas gebeugt. Ball´ dann die Hände zu Fäusten (wie ein Boxer) und bring Spannung in die Arme, schiebe den Unterkiefer vor und zieh die Augenbrauen zusammen, atme heftig. Was für ein Gefühl entsteht?
Es ist also gar nicht so schwer über den Körper und Atem ein bestimmtes Gefühl zu erzeugen. Schauspieler lernen dies in ihrer Ausbildung. Sie lernen, dass jedes Gefühl sich in einem bestimmten Atemmuster und Körperhaltung ausdrückt. Wenn du Gefühle erzeugen willst, nimm das entsprechende Atemmuster und die entsprechende Körperhaltung ein. Das Gefühl stellt sich dann ein.

Vorstellungskraft
Ein ebenso mächtiges Instrument zur Erzeugung von Gefühlen ist unsere Vorstellungskraft, unsere Gedanken. In Phantasiereisen geht es uns meistens wunderbar und wir fühlen uns glücklich, weil wir angeleitet werden, uns wunderbare und beglückende Gedanken und Bilder zu erzeugen. Umgekehrt funktioniert das natürlich genau so gut, wenn wir uns Konflikte, mögliche Unfälle, Probleme, Krankheiten etc. ausmalen. Und genau dies tun die meisten Menschen ununterbrochen, unterstützt durch die Massenmedien, damit sie sich nicht glücklich fühlen. Sie entwerfen Unglück, Unfälle oder Probleme gedanklich in der Zukunft oder reaktivieren in ihrer Phantasie Ereignisse, Konflikte, Dialoge und Glaubenssätze aus ihrer Vergangenheit und bleiben so in den damit verbundenen Emotionen hängen. Sie nehmen diesen Vorgang aber nicht wahr und wundern sich, dass sie sich so schlecht fühlen. Sie fühlen sich als Opfer ihrer Gefühle und Stimmungen über Stunden und Tage und meinen, sie könnten niemals da herausfinden. Was passiert ist, dass diese Menschen an ihrer Vergangenheit festhalten und an alte Gedanken und Emotionen anknüpfen und diese immer wieder auflegen - wie eine CD, die einen Sprung hat. Gefühle und ihr unmittelbarer Ausdruck sind für gewöhnlich von kurzer Dauer. Kein Gefühl ist anhaltend oder gar ewig. Das ist die kindliche Vorstellung, die wir mit schmerzhaften oder schwierigen Gefühlen verbinden. Und die bestätigen wir uns dann. Wenn du z.B. mal ein kleines Kind beobachtest, dann erlebst du, wie schnell die Gefühle wechseln: Lachen, Weinen, Neugierde, Frustration etc. alle paar Minuten. Als Therapeuten sagen wir unseren Klienten: wenn du länger als 7 Minuten in einem Gefühl hängst, solltest du das mal überprüfen.

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